Heinrich-Schütz-Haus: Endspurt in den Kammern

21.06.2012 19:41 Uhr | Aktualisiert 21.06.2012 19:52 Uhr
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Wolfgang Deuser und Marion Mendrock

Nach dem Umzug: Wolfgang Deuser und Marion Mendrock vom Musikverein sind beim Einrichten. (FOTO: PETER LISKER)

Von bärbel schmuck
Musikverein, Elektriker und Möbelbauer richten nach ihrem Umzug ins restaurierte Heinrich-Schütz-Haus ihre Dienstzimmer und Ausstellungsräume ein. 130 Kartons warten aufs Auspacken.
weissenfels/MZ. 

Gewimmel im restaurierten Heinrich-Schütz-Haus in der Weißenfelser Nikolaistraße 13. Elektriker und Möbeltischler, Mitarbeiter und Mitglieder des gleichnamigen Musikvereins sind nach ihrem Umzug vom Fürstenhaus in der Leipziger Straße 9 ins eigentliche Domizil tatkräftig am Wirken. Ausstellungsräume und Arbeitszimmer nehmen allmählich Gestalt an.

"Wir sind erst mal einigermaßen arbeitsfähig, das ist das Allerwichtigste", sagt Musikwissenschaftlerin Henrike Rucker als Hausherrin zwischen Vitrinen, Schränken und 130 Kartons, die noch auszupacken sind. Während die Vereinsgeschäftsführerin Maße an gediegenen neugebauten Möbelstücken der Schreinerei Pfeiffer aus dem Nürnberger Raum nimmt, um die Grafiker der künftigen Dauerausstellung genauestens informieren zu können, wird im ganzen Haus auf allen drei Etagen gebohrt, gehämmert und gesägt.

"Jede Menge Technik ist anzuschließen, jetzt warten wir nur noch auf die Telekom, damit unser Verein vor allem telefonisch wieder im angestammten Quartier erreichbar ist und wir auch das Internet nutzen können", erklärt Wolfgang Deuser. Inzwischen hat Wolfgang Lehmann Sicherheitsschlösser eingebaut, während Antje Riewe bereits den Veranstaltungsplan für das kommende Jahr vorbereitet. Vieles erledige sie an ihrem Computer von zu Hause aus, solange sie im Schützhaus noch nicht im Internet arbeiten könne, erklärt die Musikwissenschaftlerin. "Für ein paar Tage geht das schon mal", sagt die junge Frau und nimmt es gelassen.

Indes spricht Werner Schmid, einer von fünf Möbeltischlern, vom Endspurt in den Kammern. Bis nächste Woche wollen es die Schreiner aus Franken geschafft haben, müssen alle Vitrinen, Tische, Schränke und Bänke fix und fertig an ihren Plätzen stehen. Auf einem von vier Sofas wird der Gast schon mal freundlich aufgefordert, doch Platz zu nehmen. "Bevor es soweit ist, muss noch ganz viel für die Ohren installiert werden", weckt Henrike Rucker Neugier.

Neugierig auf die Dauerausstellung über das Leben und Wirken des Komponisten Heinrich Schütz machen zudem die ersten Fragmente aus Keramik, die hinter Glas Aufstellung genommen haben und einige Texttafeln. Diese geben unter anderem Auskunft über die Küche im Erdgeschoss, die repräsentativen Wohnräume in der ersten Etage des 1552 erbauten Hauses, das Schütz fast 100 Jahre später als seinen Alterswohnsitz erworben hatte, um sich dort mit seiner Schwester Justina einzurichten. Neben den Kammern mit Holzbohlendecken im Obergeschoss gibt es die "Clause" - Komponierstube des Musikers, Herzstück des Denkmals. In einem Spiegelschrank sollen Notenfragmente des Meisters ihren Platz finden.