Christine Hutschenreuter hat im Osterland-Gewächshaus für einen Kunden Hänge-Pelargonien in den Blumenkasten gepflanzt. (FOTO: PETER LISKER)
Die Regenfälle der vergangenen Tage haben den Bauern der Osterland Landwirtschafts GmbH einen Großteil ihrer Sorgen genommen. "Wir hatten Glück, dass die Niederschläge noch kamen. Nun müssen wir warten, welche Wunden der Regen heilt", erklärt Arnd Helm, Hauptgeschäftsführer des Teucherner Landwirtschaftsbetriebes.
Die Trockenheit im April habe auf den Feldern deutliche Spuren hinterlassen. Zum Glück sei noch Regen gefallen - nicht zu viel auf einmal, sondern recht gleichmäßig zwischen vier und 22 Liter pro Quadratmeter. Am meisten geregnet habe es im Bereich Nessa, dort, wo der Winterraps steht.
Insgesamt zeigt sich Arnd Helm zufrieden mit dem derzeitigen Stand der Feldwirtschaft. "Unser Vorteil ist, dass wir kaum Auswinterungsschäden haben, weil Schnee auf den Kulturen lag", erklärt der erfahrene Landwirt. Momentan werde der letzte Mais in die Erde gebracht. Damit alles gut gedeiht, bringen die Bauern organischen Dünger auf die Felder, meist Stalldung und Gülle. Rund 450 Hektar Mais und 600 Hektar Raps wächst auf den von der Osterland gepachteten Flächen. Schon im März haben die Landwirte aus Teuchern auf acht Hektar Fläche Sommerweizen gesät - als Saatgut-Reserve für eventuelle Auswinterungsschäden. Vor gut zwei Monaten wurden außerdem auf 280 Hektar Feld Zuckerrüben ausgesät. Arnd Helm ist optimistisch, dass die meisten angebauten Feldfrüchte gut gedeihen. Schließlich bearbeite man vor allem nahrhafte und durchlässige Böden, natürlich auch eine weniger ertragreiche Kippe bei Deuben.
Rund 570 Verpächter vertrauen der Osterland Landwirtschafts GmbH 3 900 Hektar Feld an. Davon wurden im Frühjahr 50 Hektar mit Luzerne bestückt. Auf 65 Hektar Feld haben die Landwirte Speisekartoffeln angebaut. Sie können nach der Ernte direkt ab Hof oder in den insgesamt sechs Läden des Direktvermarkterbetriebes erworben werden. Seine Gerste verkauft das Teucherner Unternehmen schon seit Jahren an einen bayrischen Großabnehmer nach Bamberg. Der Raps auf den Feldern zwischen Teuchern, Stößen, Nessa, Pretzsch und Deuben geht nach der Ernte direkt in die Ölmühlen der Region und wird meist zu Speiseöl verarbeitet.
Eine große Sorge haben die Feldwirte der Osterland GmbH doch. "Wir haben in der Region Nessa, Krauschwitz und Stößen eine enorme Mäuseplage im Winterweizen", erzählt Arnd Helm. Fünf bis sechs Angestellte des Betriebes laufen seit sechs Wochen die Felder ab und giften direkt ins Mauseloch. Trotzdem rechnet der Osterland-Geschäftsführer mit rund 15 Prozent Ertragsverlust durch die vermehrungsfreudigen Nager. Auf den Luzerne-Feldern habe man Krücken als Sitzgelegenheit für die Greifvögel aufgestellt, damit sie die Mäuse fressen können. Im hohen Winterweizen sei das leider nicht möglich.
Derartig Problemen kennen die Mitarbeiter der betriebseigenen Gärtnerei nicht. Sie haben derzeit alle Hände voll zu tun, denn die Saison für den Anbau und den Verkauf von Beet- und Balkonpflanzen ist in vollem Gange. In den sechs Gewächshäusern im Weg nach Kössuln gedeihen zur Zeit vor allem Klassiker wie Pelargonien, Fleißige Lieschen, Petunien, Verbenen und Wasserveilchen. Viele dieser Pflanzen werden bereits in den Osterland-Läden verkauft. Immer mehr Kunden finden den Weg direkt in die Gärtnerei. "In den letzten beiden Jahren hat das zugenommen. Viele nutzen unseren Service und lassen ihre Kübel und Balkonkästen direkt bepflanzen", berichtet Birgit Zimmermann, die für die Gärtnerei des Teucherner Betriebes verantwortlich ist.
Neben den Zierpflanzen wachsen Gemüse wie Tomaten, Gurken, Paprika, Sellerie, Rot- und Weißkraut unter Glas. Viele davon gehen direkt zum Kunden, der sie im eigenen Garten anpflanzt. "Die Beratung vom Fachmann ist wieder mehr gefragt. Und die Massenware aus dem Baumarkt hält eben nicht immer, was sie verspricht ", meint Osterland-Geschäftsführer Arnd Helm.