Spielplätze: Stadtkinder haben Auswahl

22.05.2012 20:15 Uhr | Aktualisiert 22.05.2012 21:05 Uhr
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Spielplatz an der Starsiedeler Festwiese

Hier spielen keine Kinder mehr. Ungenutzt und mittlerweile verwahrlost ist die Anlage oberhalb der Starsiedeler Festwiese. (FOTO: PETER LISKER)

Von HEIKE RIEDEL
Die Einheitsgemeinde Lützen hat viele Oasen für Kinder, doch diese sind territorial sehr ungleich verteilt und auf sehr unterschiedlichem Niveau.
LÜTZEN/MZ. 

"Ich bin jeden Montag auf dem Spielplatz in der Martzschstraße", sagt der zehnjährige Max Stiehler aus Lützen. "Ich spiele auf der Festwiese am Aschenberg immer Fußball", antwortet Pascal Kopka (9), als er nach seinem Spielplatz gefragt wird. Doch nicht nur die Lützener in der Hortgruppe wissen sofort, wo sie in ihrer Freizeit spielen können, auch Chris-Dominic Fischer (9) und Lara Börner (9) aus der Ortschaft Röcken haben keine Not, Plätze zu nennen, wo sie gern spielen.

Schaukel, Klettergerüst, etwas zum Hüpfen und ein Karussell finden sie zum Beispiel in Michlitz. Ja für Wandertage in die Umgebung suche sie für die Kinder sogar manche Spielplätze als Ziel aus, sagt Hortleiterin Barbara Walter und nennt das Rondell im Martzschpark, Meuchen und Röckener Ortsteile. Ihr Fazit: "Unsere Kinder sind eigentlich gut bedient mit Spielplätzen, in Schlossnähe fehlt höchstens noch etwas." Im Blick hat sie dabei nicht nur die öffentlichen Plätze, sondern auch die von Vermietern wie zum Beispiel der Wohnbau Lützen GmbH angelegten.

Als Hauptamtsleiter Ronny Mank die in städtischer Verantwortung liegenden Spielplätze auflistet, beeindruckt zunächst die Zahl: 24 sind es immerhin, dazu kommen zehn in Kindereinrichtungen. "Das Problem ist die Unterhaltung", sagt Mank, die koste Geld und Zeit. Alljährlich komme ein Gutachter und lege den Finger auf die Wunde, dann gehen die Aufträge an den Bauhof raus und der weiß nicht, wo er angesichts der vielen Aufträge im Sommer überhaupt anfangen soll.

Nachdem in Starsiedel von einer Schaukel in der Brunnenstraße zum Beispiel Teile gestohlen wurden, blieben diese 14 Tage nach ihrer Lieferung erst einmal liegen, bis sie wieder angebracht wurden. Starsiedel hat auch noch einen Spielplatz am ehemaligen Jugenklub, doch werde der nicht mehr genutzt und auch nicht gepflegt, weshalb nun von Rückbau gesprochen wird.

Andere Spielplätze von der Liste sind es kaum noch wert, so genannt zu werden, weil sie fast nichts mehr bieten. Sandkästen sind vergrast, es steht höchstens noch ein kleines altes Klettergerüst. Die Muschwitzer Ortsbürgermeisterin Barbara Dittrich (parteilos) wundert sich, dass Söhesten und Tornau überhaupt noch aufgeführt sind. Zwar gebe es noch die Flächen für öffentliche Spielplätze in etlichen Ortsteilen der Ortschaft Muschwitz, doch hätten in der Vergangenheit immer die finanziellen Mittel gefehlt, dort etwas Neues aufzubauen. Und das Alte hat ausgedient, musste weg.

"Dass wir teilweise noch gut erhaltene und sogar neue Plätze haben, ist dem Engagement in den früher eigenständigen Gemeinden zu verdanken", stellt Mank klar und hält die Zeit für gekommen, dass sich der Stadtrat einmal mit einem Spielplatzkonzept befassen sollte. In jedem der 33 Ortsteile einen Spielplatz vorzuhalten, hält er zwar als Vater ähnlich wie Barbara Dittrich für wünschenswert, aber als Verwaltungsmann nennt er es illusorisch.

Doch zunächst steht ja zum Beispiel auch noch die Errichtung eines Spielplatzes in Zorbau aus, wie es im vergangenen Sommer Eltern von dort angeregt haben und Bürgermeister Dirk Könnecke (parteilos) es in Aussicht gestellt hat.