Öffentliche Freudenszenen oder lauten Jubel gibt es nicht bei den gebeutelten Goseckern. Aber immerhin: Die Umleitungen über Lobitzsch und die verlängerte Huge-Heinemann-Straße gehören ab Montag der Vergangenheit an. Die waren wegen der Sanierung der Markröhlitzer Lindenstraße notwendig geworden. Auf diese aber hat man nach über viermonatiger Bauzeit in dieser Woche Schwarzdecke und Fahrbahnmarkierungen aufgebracht. Ab Montag ist die Straße wieder halbseitig mit Ampelregelung befahrbar. Diese Sperrung soll voraussichtlich laut Straßenverkehrsamt des Burgenlandkreises weitere zwei Wochen bis zum 24. August dauern.
Für Daniela Weiß gehören damit Staub, löchrige Pisten und Schlamm der Vergangenheit an. "Das Fahren über die Lindenstraße ist nun günstiger", sagt sie. "Aber glücklich bin ich erst, wenn alles fertig ist." Die Umleitungen sind für die Frau, die seit vier Jahren in Goseck lebt, ein starkes Stück gewesen. Die offizielle Umfahrung über Lobitzsch war für Fremde, die von Markröhlitz nach Uichteritz und dann auf den landwirtschaftlichen Weg nach Goseck geführt wurden, eine 10-Kilometer-Zumutung. Einmal sei sie hier langgefahren und klagt über Schotter, der Unterboden und Lack beschädigt habe, selbst wenn man nur langsam unterwegs war. Die viel kürzere Strecke in Richtung Naumburg war zunächst ja offiziell nur für Busse zugelassen. Eine Frechheit, wie die Frau findet. Sie sagt: "War es trocken, war das Auto vom Staub grau, hatte es geregnet, bestand die Gefahr, dass man auf dem Weg in ein entgegenkommendes Fahrzeug rutscht." Zudem gibt es jetzt Spurrinnen und Löcher. Insgesamt habe die ganze Baumaßnahme bisher viel zu lange gedauert, schätzt die Goseckerin ein.
Und das Drama könnte bei weiteren angekündigten Bauarbeiten in Richtung Goseck eine Fortsetzung erleben. Denn wie Bürgermeister Hilmar Panse (parteilos) in der jüngsten Ratssitzung informierte, plant der Landkreis, im kommenden Jahr den Grabendurchlass zu sanieren. Hier hatten sich schon vor Jahren Betonplatten abgesenkt, so dass der Fußweg kurzerhand gesperrt und auf der anderen Straßenseite für Passanten ein schmales Bitumenband auf den Grünstreifen gekippt worden war. Inzwischen sind wegen der Absenkungen Warnbaken aufgestellt worden, die die schmale Straße in der unübersichtlichen Kurve weiter einengen.
Das Gemeindeoberhaupt hätte deshalb am liebsten gesehen, wenn die Straße nicht nur in Markröhlitz, sondern gleich bis Goseck saniert worden wäre. "Denn der Zustand ist längst nicht mehr tragbar", sagt Panse. "Immerhin kommen hier die Touristen auf dem Himmelsweg zum Sonnenobservatorium lang und mit der Fertigstellung der Schlosskirche wird auch die Straße der Romanik für viele Besucher interessant."
Dass nun der Grabendurchlass saniert werden soll, sei erfreulich. Doch auch die desolate Straße müsse gemacht werden. Er hatte dafür gleich einen Vorschlag parat: Die Ortsdurchfahrt in Markröhlitz war vor Jahren teilweise nicht grundhaft ausgebaut, sondern mit einer 20 Zentimeter hohen Asphaltschicht versehen worden. Das sei dort möglich, wo nicht die Höhe der Grundstückszufahrten berücksichtigt werden müsse. So könnte man ebenfalls zwischen Markröhlitz und Goseck verfahren.
Eine Nachfrage bei Bettina Ritter, Sachgebietsleiterin für Tiefbau im Landratsamt, ergab, dass man die besondere touristische Situation von Goseck natürlich im Blick habe. Die Durchlass-Sanierung sei ein erster Schritt, wobei derzeit erst einmal die Planungen anliefen. Was die Straße selbst angehe, müsse man abwarten. Der Landkreis befinde sich in der Haushaltskonsolidierung, so dass er letztlich auf Fördermittel angewiesen sei. Angesichts von immerhin 375 Kilometern Kreisstraße müsse man da auch auf die breite territoriale Verteilung der Mittel achten. Dass man jetzt überhaupt die Lindenstraße in Markröhlitz sanieren konnte, sei allein möglich gewesen, weil Mittel der Dorferneuerung geflossen wären.