Ein abgeknickter Ast sorgt in Nessa für Ärger. Denn der Baum steht am Fußweg zwischen Sportplatz und Kindergarten, der Ast hängt exakt über dem Weg. Die Stadt hat diesen gesperrt. Denn der Ast müsse aus Sicherheitsgründen beseitigt werden. Soweit sind sich alle einig. Das Problem: Seit vier Wochen ist nicht passiert.
Sandra Franke sitzt im Elternkuratorium des Kindergartens und ist wütend. "Alle zwei Tage ruft der Kindergarten im Amt an, aber der Ast hängt immer noch." Sie sagt, den Ast zu entfernen, gehöre zur Gefahrenabwehr - er könne beim nächsten Gewitter oder einem kräftigen Wind heruntergerissen werden. "Und dann?", fragt sie. Was, wenn er mitten am Tag abgerissen wird und im Hof des Kindergartens landet? "Ich will es mir gar nicht ausmalen", so die Mutter der zweijährigen Anna-Lucia.
Angst, dass etwas passiert
Auch Tina Heym bringt ihr Kind täglich in die Kita "Kleine Blaustrümpfe", auch sie ist unzufrieden mit der Situation: "Ich habe Angst, dass was passiert."
Sandra Franke erzählt, was seit dem Gewitter geschah: Das Ordnungsamt habe den Schaden begutachtete. Es wurden Baken aufstellt, damit keiner unter dem angebrochenen Ast, der in 15 Metern Höhe hängt, durchläuft. Soweit sei alles in Ordnung, sagt die Nessaerin. "Ich verstehe, wenn nicht am nächsten Tag was passiert. Aber so lange sollte es nicht dauern."
Denn danach seien noch zwei Gutachten erstellt worden und aus Teucherns Rathaus wurde mitgeteilt, dass die Beseitigung des Astes nur über eine externe Firma möglich sei. Die Vergabe dieses Arbeitsauftrags ginge wiederum nur nach öffentlicher Ausschreibung. Zuletzt wurde mitgeteilt, dass der Ast am Freitag abgeschnitten werden soll. "Ich hoffe es", sagt Sandra Franke seufzend.
Umweg hat keinen Bürgersteig
Der neue Ortsbürgermeister Joachim Groß (CDU), sagt, der Ortschaftsrat habe die Bitte um Beseitigung des Astes mündlich wie schriftlich an die Stadt herangetragen. Er sei zuversichtlich, dass der Ast demnächst entfernt würde. Von der Stadt war Donnerstagnachmittag keiner erreichbar.
Durch die Sperrung ist der Weg in den Kindergarten nun im Übrigen sowohl gefährlicher als auch länger. Während dieser schmale Fußweg von der Dorfstraße direkt zum Kindergarten führt, ist der Umweg mit etwa 450 Metern viel länger. Denn wer sein Kind aus dem Ortskern in die Kita hochbringt, muss die ganze Georg-Albinus-Straße (frühere Schulstraße) entlang. Ein Weg, der ohne Bürgersteig auskommt und aus ramponierten Platten besteht. Diesen Weg nutzen auch die Fußballer, um auf den Sportplatz zu kommen. Sie müssen von der Umkleidekabine einmal ums Karree, weil eine Treppe direkt vor den Umkleiden kaputt ist und der Fußweg ja gesperrt wurde.