Für Landrat Harri Reiche (parteilos) steht fest: Die Rad-Acht im Burgenlandkreis muss in punkto Beschilderung verbessert werden. Schnell sogar. "Ich hätte mich verfahren, das gebe ich zu", ergänzte der Landrat, der sich gestern Nachmittag mit Verantwortlichen des Tourismusverbandes in der Gaststätte "Bootshaus" in Weißenfels traf, um mit ihnen über die Verbesserungen im Tourismus in der Region zu reden. "Wir sind unterwegs mit vielen radelnden Besuchern ins Gespräch gekommen, die die Landschaft toll finden", erklärte Thomas Böhm, Dezernent in der Kreisverwaltung. Reiche: "Der Tourismus spielt in der Region eine große Rolle." Die Infrastruktur habe sich verbessert, sei aber ausbaufähig. Vieles sei erreicht worden, aber es gebe noch etliche Schwachstellen. Die Gäste ziehe vor allem die wunderschöne Landschaft sowie die Kultur an. Reiche sprach sich dafür aus, dass nicht nur die Touristen die Nutznießer der gut ausgebauten Radwege sein sollen, sondern auch die einheimische Bevölkerung.
Ähnlich äußerte sich der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos). Ihm sei ebenfalls aufgefallen, dass es mit der Beschilderung nicht zum Besten bestellt ist. Mit seinem Bereichsleiter wolle er persönlich an einem Wochenende erkunden, wo es Schwachstellen gebe, um die abzustellen. Reiche hakte nach, dass der Kreis mit dem Wirtschaftsministerium des Landes Sachsen-Anhalt im Gespräch sei, Förderanträge zu stellen, die über 75 Prozent hinaus reichen, Reiche sprach gar von 90 Prozent Förderung. "Mit der Rad-Acht, das ist ein Anfang, aber so wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben", erklärte der Landrat. Zumal im nächsten Jahr das Jubiläum 20 Jahre Weinstraße gefeiert wird.
"Wir haben festgestellt, dass vor allem viele Holländer unsere Radwege nutzen, aber auch Touristen aus Skandinavien", sagte Andrea Meyer, Geschäftsführerin des Saale-Unstrut-Tourismusverbandes. Mittlerweile würden jährlich rund 200 000 Besucher die Radwege nutzen, das habe eine Zählung ergeben. Sven Hantscher, Leiter des Fachbereiches Kultur und Zentrale Dienste der Stadtverwaltung Weißenfels, ergänzte, dass längst nicht alle Radler an Weißenfels vorbeiradeln. Die Zahl der Besucher in den städtischen Museen sei beispielsweise steigend. Auch die Zahl der Übernachtungen habe zugenommen. "Von 20 000 Gästen im Jahre 2000 auf 35 000 im vergangenen Jahr", bestätigte Andrea Meyer. Damit spiele man zwar noch nicht in der Liga von Freyburg und Naumburg, aber man sei auf einem guten Weg. "Wir sind längst nicht mehr der weiße Fleck im Land", sagte Hantscher. Ein Schwachpunkt im Tourismuskonzept, so Andrea Meyer, sei immer noch, dass der Bekanntheitsgrad der Region zu gering sei.