Sabine Freund taufte die junge Bache auf den Namen Gloria und zog sie liebevoll mit der Flasche auf. (FOTO: PETER LISKER)
Grunzen ertönt aus der kleinen Hütte, die irgendwann einmal als Hühnerstall genutzt werden soll. Sabine Freund öffnet die Tür des Verschlages und heraus stürmt quiekend ein junges Wildschwein. Neugierig schnüffelt es an den Füßen von ihr und Ehemann Falko Freund, bevor es sich auf die Seite rollt und seine tägliche Streicheleinheit fordert.
Ein Jäger habe das Schwein Mitte Februar im Wald gefunden. Der Wurfkessel (Geburtsnest von Wildschweinen) war verlassen - der damals erst vier Wochen alte Frischling das einzige noch lebende Jungtier darin. Selbst konnte der Jäger es nicht aufziehen, da sich sein Jagdhund nicht an den Geruch von Wild gewöhnen dürfe. Deswegen gab er es in die Obhut von Gemeindearbeiter Freund aus Starsiedel.
Sabine Freund taufte die junge Bache auf den Namen Gloria und zog sie liebevoll mit der Flasche auf. "Mittlerweile ist Gloria schon recht groß - bekommt oft Hundefutter mit Nudeln, Kartoffeln oder Mais, sowie jeden Tag eine Banane", erklärt Freund. "Trotzdem frisst der kleine Nimmersatt auch zu gern die Früchte meiner Tomatenpflanzen oder durchwühlt den Garten." Außerdem ärgere es nur allzu gern Moritz, den schwarzen Hausschwan. Wie lange sie das Schwein noch behalten können wissen sie nicht. Sie befürchten, dass die bald geschlechtsreife Bache mit ihrem Duft Keiler anlocken könnte, die die nahen Felder ruinieren.