Das Weißenfelser Krematorium soll für immer geschlossen bleiben. (FOTO: MZ)
Die letzte Entscheidung hat nun der Stadtrat zu treffen.
Bereits seit 20. September letzten Jahres ist der Ofen im Weißenfelser Krematorium aus. Eine Überprüfung der Wartungsfirma hatte ergeben, dass der Ofen dringend neu ausgemauert werden muss. Die Kosten dafür wurden mit knapp 150 000 Euro beziffert. Nach wochenlanger Diskussion über Für und Wider einer Ofenreparatur hatte sich der Stadtrat im Oktober dagegen ausgesprochen. Zugleich erhielt die Stadt zwei Aufträge. Zum einen sollte eine Vermietung des Krematoriums an einen Dritten geprüft werden. Scheitert eine Vermietung, so sollte eine Analyse zur künftigen Betreiberform des bislang kommunalen Krematoriums, etwa als Eigenbetrieb oder Anstalt öffentlichen Rechts, in Auftrag gegeben werden.
Im Hauptausschuss musste die Stadt nun jedoch darüber informieren, dass die Bemühungen um eine Vermietung gescheitert sind. Ein Bewerber habe die Kommune Ende März darüber informiert, dass "eine Umsetzung des Betriebskonzeptes durch die Hausbank nicht finanziert wird." Wie Volker Rakut, zuständiger Fachbereichsleiter bei der Stadt, weiter informierte, hatte ein zweiter zwischenzeitlicher Interessent ebenfalls abgesagt. Als Grund habe er die "große Dichte an Krematorien und das niedrige Preisniveau in der Leipziger Gegend" angeführt.
Angesichts dieser Tatsachen hielt es Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) im Hauptausschuss für wenig sinnvoll, für 9 500 Euro eine Studie über eine mögliche andere Betreiberform des Krematoriums in Auftrag zu geben. "Wir sollten uns als Stadt endgültig vom Krematorium verabschieden", sagte Risch. Eine Auffassung, der die große Mehrheit des Hauptausschusses folgen konnte. Gegen den Vorschlag der Stadt stimmte als einziger Jörg Freiwald (Fraktion der Linkspartei). "Wir sollten diese Dienstleistung für die Bürger weiter anbieten", sagte er und verwies darauf, dass Weißenfels die günstigsten Preise im näheren Umfeld hatte und das Krematorium bislang ohne Gewinn aber auch ohne Verlust für den Haushalt betrieben hat.
Rakut verwies auf MZ-Anfrage darauf, dass das Weißenfelser Krematorium die einzige kommunal betriebene Einrichtung dieser Art im Burgenlandkreis war. Wenn die Stadt dieses Angebot, das keine Pflichtaufgabe der Kommune ist, nun nicht mehr unterbreitet, dann ändere sich für den Bürger praktisch nichts. Bestattungen und Trauerfeiern auf dem Weißenfelser Friedhof seien davon nicht betroffen. Die Einäscherung der Verstorbenen werden nun lediglich an anderen Orten vorgenommen. Wobei der Bürger über das Bestattungsinstitut seiner Wahl schon bislang den Ort der Einäscherung selbst bestimmen konnte. Die Kremation anderenorts ist allerdings leicht teurer. Wie Hans-Peter Heid, verantwortlich für die kommunalen Friedhöfe in Weißenfels, im Hauptausschuss sagte, hat eine Einäscherung in Weißenfels 205 Euro gekostet, in Altenburg zum Beispiel sind es zehn Euro mehr.
Hinzu kommen allerdings die Kosten für den Transport des Verstorbenen zum Einäscherungsort, die von den Bestattungsinstituten in Rechnung gestellt werden. Diese sind MZ-Recherchen zufolge sehr unterschiedlich und können bis zu 150 Euro und mehr betragen.