Weißenfels: Kupferklau nimmt deutlich ab

16.07.2012 20:55 Uhr | Aktualisiert 28.11.2012 10:59 Uhr
Begehrt, weil teuer: Buntmetalle wie Kupfer. (FOTO: ARCHIV) 
Von Birger zentner
War der Burgenlandkreis im vorigen Jahr die absolute Hochburg des Buntmetalldiebstahls, so konstatiert die Polizei in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang.
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Weissenfels/Zeitz/MZ. 

Wie Jörg Bethmann, Pressesprecher des Polizeireviers Burgenlandkreis, auf Anfrage der MZ sagte, habe man bislang in diesem Jahr rund 60 Diebstähle der begehrten Metalle registriert. Allein im ersten Halbjahr 2011 waren es nahezu 300 derartige Delikte, am Jahresende 435.

Preis ist gefallen

Zwei Dinge haben nach Ansicht von Bethmann zu der Entwicklung beigetragen. "Zum einen ist der Weltmarktpreis für Kupfer und andere Buntmetalle deutlich gesunken. Zum anderen hat sich der Einsatz einer mittlerweile wieder aufgelösten Ermittlungsgruppe Buntmetall bezahlt gemacht", sagte er. Die Polizei hat mit ihrer Ermittlungsgruppe in verschiedenen Richtungen gearbeitet. Das habe unter anderem dazu geführt, dass sich Altmetallhändler in der Region von Verkäufern größerer Mengen Metall schriftlich bestätigen ließen, dass es sich nicht um Diebesgut handele. "Außerdem haben sie Personalien von Verkäufern aufgenommen, um nicht in den Verdacht der Hehlerei zu kommen", erklärte Bethmann. Im Zusammenhang damit sei es zum Beispiel gelungen, Tatverdächtige auszumachen, die für deutlich mehr als 1 000 Euro im Quartal Schrott zu Aufkäufern gebracht haben. Einigen habe man den Handel als Straftat nachweisen können. Andere habe man wegen Ordnungswidrigkeiten dran bekommen. "Nämlich dann, wenn sie Empfänger zum Beispiel von Arbeitslosengeld II waren und die Erlöse aus dem Metallverkauf nicht angegeben hatten", so der Pressesprecher. Auch das habe dazu beigetragen, dass potenziellen Kupferdieben die Lust am Stehlen vergangen sei. Hinzu komme, dass manche Hauseigentümer mittlerweile Kupferfallrohre mit Plaste in Kupferfarbe ersetzt haben. "Was allerdings in einigen Fällen die Täter nicht daran gehindert hat, diese Rohre abzumontieren", so Bethmann. Erst danach hätten sie gemerkt, dass ihr Diebstahl wertlos war. Unter anderem war es 2011 gelungen, eine dreiköpfige Tätergruppe zu fassen, der 60 derartige Diebstähle nachzuweisen waren.

Zeitz bleibt Schwerpunkt

Was sich nicht verändert hat, sind die regionalen Schwerpunkte. Wie im Vorjahr fanden die meisten Buntmetalldiebstähle 2012 im Raum Zeitz statt. 40 der 60 Taten wurden aus dieser Region gemeldet, in und um Weißenfels waren es ein Dutzend, im Naumburger Gebiet etwa zehn. Ob der Trend sinkender Fälle anhält, dazu gab Bethmann keine Prognose. Sollte es steigende Tendenz geben, sei es kein Problem, wieder eine Ermittlungsgruppe ins Leben zu rufen.