Weißenfels: Speedy ist der neue Star im Heimatnaturgarten

01.08.2012 16:43 Uhr | Aktualisiert 01.08.2012 21:34 Uhr
Speedy frisst Ute Radestock aus der Hand. Sie hat den putzigen Gesellen zu Hause aufgepäppelt. (FOTO: ALEXANDER BLEY) 
Von andreas richter
Speedy wuselt mit einer Nuss im Maul putzmunter durchs Gehege. Das junge Eichhörnchen fühlt sich dort sichtlich wohl. Dabei hat es erst seit wenigen Wochen sein Quartier im Weißenfelser Heimatnaturgarten.
Drucken per Mail
weissenfels/MZ. 

"Das Jungtier wurde bei uns abgegeben. Ein Mädchen hatte es hilflos am Boden liegend im Kämmereihölzchen gefunden", erzählt Ute Radestock, die Chefin des Heimatnaturgartens. Fünf Wochen lang hatte sie das Tierchen zu Hause aufgepäppelt, ehe es nun am Werner-Klebb-Weg eingezogen ist.

"Speedy ist im Moment die Attraktion", berichtet die Leiterin, während das zutrauliche Findelkind im Gehege an ihr herum klettert. Und mittlerweile gibt es sogar einen besonderen Paten für das Eichhörnchen - das Auto- und Motorradhaus Eichhorn an der Käthe-Kollwitz-Straße.

Wer den lebhaften jungen Burschen bisher noch nicht gesehen hat, der kann die Chance vielleicht am kommenden Sonntag, 5. August, nutzen. Dann nämlich steigt das mittlerweile 25. Heimatnaturgartenfest. "Wir wollen den ganzen Tag über ein buntes Programm mit Spiel, Spaß und Musik für die Familie bieten", sagt Ute Radestock. Riesenmikado, Stelzenlauf, Sackhüpfen, Mistkarren-Wettschieben und andere Spielchen sollen ab 10 Uhr für Kurzweil sorgen. Der Höhepunkt wartet dann um 15 Uhr auf die Besucher, wenn das Familienprogramm "Pittiplatsch auf Reisen" zu sehen sein wird.

Für das Traditionsfest im Heimatnaturgarten hofft Ute Radestock auf freundliches aber nicht zu heißes Wetter. So wie in den ersten anderthalb Ferienwochen. "Wir hatten bisher eine gute Resonanz. Das eher wechselhafte Wetter, das nicht unbedingt nur zum Baden einlädt, kommt uns sehr entgegen", sagt die Chefin, die den Heimatnaturgarten seit 1996 leitet. Im vergangenen Jahr hatte das Weißenfelser Kleinod mit mehr als 17 000 Besuchern einen Rekord zu verzeichnen. Bislang seien es in diesem Jahr gut 7 000 gewesen, schätzt Ute Radestock. Und hofft, dass man dank des bisher recht günstigen Sommerwetters am Jahresende vielleicht ähnliche Zahlen vermelden kann.

Wer am kommenden Sonntag die Gelegenheit nutzt, ganz im Sinne des Tiergarten-eigenen Werbespruchs "mal andere Gesichter zu sehen", der sollte nicht nur Speedy beim Klettern beobachten. Neben vielen anderen Bewohnern (siehe Beitrag "Der Natur ganz nah") dürften auch vier junge Schnee-Eulen auffallen. Erst in dieser Woche wurden die Tiere mit einem Transponder ausgestattet, eine Art "Personalausweis", mit dem die Vertreter der geschützten Art nun weltweit identifizierbar sind.

"Wir sind zurzeit voll belegt", so die Heimatnaturgarten-Chefin. Deshalb könne man derzeit auch keine Fundtiere annehmen. Wer etwa verletzte Tiere findet, der könne sich an die Naturschutzbehörde wenden. Unterstützer kann die kleine Freizeitstätte in Weißenfels jedoch immer gebrauchen. So auch weitere Tierpaten. Mehr als hundert solcher Patenschaften gibt es mittlerweile. Allein in diesem Jahr wurden bereits mehr als zehn abgeschlossen.