«Ich habe sowieso keine Blumen und Pflanzen», sagt der lettische Floorballspieler Kristaps Vaicis. (FOTO: MZ)
"Vor 14 Tagen habe ich in der MZ gelesen, dass es jetzt erstmal keinen Frost mehr geben soll. Darauf habe ich mich eingestellt und entgegen meinen Gewohnheiten schon vor dem 15. Mai meine Zimmerpflanzen in den Garten gestellt", sagte Irene Brünig aus Weißenfels. "Aber wenn es doch zu kalt werden sollte und meine Pflanzen kaputt gehen, nehme ich die MZ in die Verantwortung", flachste Brünig. Generell aber denke sie nicht, dass sich das Wetter zu den Eisheiligen großartig ändern wird.
Das war am Freitagmittag auch das Thema einer kleinen Umfrage in der Weißenfelser Innenstadt, in der nach der Bedeutung und der Herkunft der Eisheiligen gefragt wurde. In Lettland scheinen diese komplett unbekannt zu sein. Denn der lettische Floorballspieler des UHC Weißenfels, Kristaps Vaicis, konnte mit dem Begriff überhaupt nichts anfangen. "Ist auch egal, ich habe sowieso keine Pflanzen und Blumen", sagte Vaicis.
"Ich finde die Eisheiligen furchtbar. Meine Blumen und ich, wir brauchen schönes Wetter", meinte dagegen Uta Kühne (Weißenfels) und spricht damit die schwülen knapp 30 Grad von Freitag an. Sie wusste mit Pankratius und Sophie sogar zwei Namen der Eisheiligen und freute sich, "dass wir am 15. Mai endlich Ruhe haben, Naja, dann kommt ja noch die Schafskälte", so Kühne weiter.
Der Weißenfelser Toni Brandt hatte auch schon mal was von der kalten Sophie gehört, wusste aber nicht so richtig was damit anzufangen. "Wer das ist oder war, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass meine Tomaten erstmal noch in der Tüte bleiben", so Brandt und spricht damit die Vorsicht vorm voreiligen Anpflanzen von Blumen und Gewächsen an.
Das hält Helga Kreibe vom Fachgeschäft Blume 2000 für vernünftig. "Es fragen schon einige Kunden nach, wie sie sich zu den Eisheiligen verhalten sollen, da steckt auch was dahinter. Aber generell rate ich meinen Kunden, gut auf den Wetterbericht zu achten. Der sagt natürlich mehr aus", so Kreibe, die selber vor allem Angst um ihre Geranien hat, die durch den Frost besonders leiden würden.
Der Wetterbericht steht auch bei Sandra Härtig aus Weißenfels hoch im Kurs. Jeden Morgen geht sie ins Internet, hat als Startseite die Homepage der MZ unter mz-web.de und schaut dort als erstes auf die Wettervorhersage. "Ich muss das schon halbwegs wissen, denn bei meinem Arbeitgeber, dem Jägerhof, bin ich die Blumenbeauftragte", so Härtig. Mit den Eisheiligen aber könne auch sie nichts anfangen. "Ist auch nicht so wichtig, denn ich kümmere mich auf Arbeit hauptsächlich um die Innenräume. Für die Außenbepflanzung haben wir einen Hausmeister. Aber trotzdem wäre es natürlich schade, wenn die Blumen draußen kaputt gehen würden", sagte Härtig.
"Eisheilige? Sagt mir gar nichts, aber das hat wohl was mit dem Wetter zu tun, oder?" fragte Helmut Schmidt (Weißenfels) nach und erklärte, dass es für seine wenigen Pflanzen sowieso nicht so wichtig sei, was es damit auf sich hat. "Ich habe nur eine kleine Terrasse, da stehen ein paar Tulpen. Die sind zwar schon wieder verblüht, aber das ist egal. Die kommen nächstes Jahr wieder." So wie die Eisheiligen, vielleicht dann mit Frost.