Weißenfels: Türen öffnen sich ins E-Werk

27.06.2012 18:57 Uhr | Aktualisiert 27.06.2012 19:26 Uhr
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Blick in das Innere des sanierten  E-Werkes

Den Teilnehmern der Busfahrt mit OB Risch bot sich eine seltene Gelegenheit - sie konnten einen Blick in das Innere des sanierten E-Werkes erhaschen. (FOTO: MZ)

Von andreas richter
Der Weißenfelser Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) lädt im Rahmen der Seniorenwoche zur rollenden Sprechstunde durch die Stadt ein. Der Bus macht auch Halt im Neustadtpark.
weissenfels/MZ. 

Wohl alle betreten an diesem Vormittag Neuland. Immerhin hat das sanierte ehemalige Elektrizitätswerk in der Weißenfelser Neustadt sein Inneres bislang weitgehend vor der Öffentlichkeit verborgen. Für die knapp 50 Teilnehmer der rollenden Bürgersprechstunde mit Oberbürgermeister Robby Risch (parteilos) aber öffneten sich am Mittwoch die Türen.

"Noch ist das Ganze ein hohler Vogel", meint der OB scherzhaft, während sich die Teilnehmer der Busfahrt, die im Rahmen der Weißenfelser Seniorenwoche organisiert wurde, in dem hohen Gebäude umschauen. Risch berichtet über die bislang gescheiterten Bemühungen, wirklich Leben einziehen zu lassen in eine frühere Industriebrache, die mit 3,6 Millionen Euro Fördermitteln auf Vordermann gebracht wurde. Nun liegt mit einer gläsernen Schokoladenfabrik eine neue Idee für eine langfristige Nutzung auf dem Tisch. Hannelore Böhme und Gisela Blumentritt können sich beim Blick auf die detailgetreu sanierte Empore für die Idee einer Produktionsstätte nicht so recht erwärmen.

"Hier oben könnte ich mir ein schönes Café vorstellen", meint Hannelore Böhme, die seit mehr als 50 Jahren in Weißenfels wohnt. Gemeinsam schlendern die beiden Frauen manchmal durch den Neustadtpark und beobachten die Entwicklung ihrer Heimatstadt ganz genau. Und dabei ärgern sie sich über die zahlreichen Schandflecke, wo Eigentümer ihre Grundstücke vernachlässigen. Ein solches verkommenes Gebäude steht auch im Neustadtpark. Es sei schwer, Eigentümer, die oftmals im Ausland zu finden sind, wirklich zur Verantwortung zu ziehen, sagt der OB. Was die Nutzung des E-Werkes betrifft, so gibt er zu, dass die ursprüngliche Idee einer Veranstaltungsstätte durchaus ihren Charme hat. Doch seien eben alle bisherigen Vorstellungen, nicht zuletzt wegen der hohen Brandschutzauflagen, nicht realisierbar gewesen.

Auf dem Weg von der Innenstadt zum Neustadtpark haben die Teilnehmer der Fahrt einen Blick auf den neuen Busbahnhof an der Promenade geworfen. Dort gebe es derzeit aufgrund von Lieferproblemen einige Verzögerungen, so Risch, der zugleich versichert, dass der geplante Termin für die Inbetriebnahme des neuen Verkehrsknotens mit dem Fahrplanwechsel am 7. September gehalten werden kann. Zuversicht verbreitet er auch in Sachen Stadtbalkon. Anfang Juli soll auf dem Gelände am südlichen Saaleufer Baubeginn sein. Dann wird die Brachfläche in der Mitte mit den beiden schon gestalteten Teilen verbunden.

Nach dem Abstecher ins E-Werk fährt der Bus weiter in Richtung Norden. Vorbei am Fleischwerk, an dem zurzeit ein Gebäude zur Lagerung von Tiefkühlware entsteht. Mit dem vielzitierten Bebauungsplan Nummer 31 sei derzeit ein Instrument in Arbeit, mit dem die Stadt wirksam Einfluss nehmen kann auf die Geruchs- und Lärmbelastung durch den Schlachthof, sagt Risch. Weiter geht die Fahrt über die Burgwerbener Straße, die neue Ortsumgehung der B 176 und die Merseburger Straße zurück in die Innenstadt.

Von dort setzt sich der Bus in Richtung Stadtteil West in Bewegung. Zwei Stunden nach dem Start an der Leipziger Straße sind die Teilnehmer der Fahrt schließlich um einiges schlauer, immerhin können sie Informationen aus erster Hand über die Entwicklung ihrer Heimatstadt mit nach Hause nehmen.