Weißenfels: Wo der Schuh drückt

11.05.2012 19:51 Uhr | Aktualisiert 11.05.2012 20:38 Uhr
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Wilfried Schreier (l.) und Lutz Teetzen

Fußmessungen auf wissenschaftliche und heitere Weise stellen Schuhexperte Wilfried Schreier (l.) und Schusterjunge Lutz Teetzen vor. (FOTO: PETER LISKER)

Von bärbel schmuck
In der Museumsnacht begleitet Schusterjunge Lutz Teetzen die Gästeführerin Gudrun Schulze. Der Barfußläufer will Besuchern allerlei Lügengeschichten auftischen, die im Schuhmuseum im Schloss aufgelöst werden sollen.
weissenfels/MZ. 

Diesmal beginnt der Museumspfad zur Museumsnacht am nächsten Sonnabend, 19. Mai, um 18 Uhr in der Weißenfelser Neustadt-Kirche St. Laurentius. Das Gotteshaus, das bereits eine Stunde zuvor für Publikum offen steht, beherbergt die Dauerausstellung des Ladegastvereins und ist zudem Vereinssitz. Die Kirche gehört wie das Goethegymnasium und das Amtsgericht der Saalestadt zu den 100-jährigen Gebäuden, die im Mittelpunkt des Pfades stehen.

Gästeführerin Gudrun Schulze wird erstmalig von Schusterjunge Lutz Teetzen begleitet. Der Barfußläufer will Besuchern allerlei Lügengeschichten auftischen, die nach dem abendlichen Spaziergang und auch noch am nächsten Tag im Schuhmuseum im Schloss aufgelöst werden sollen.

Eigens dafür hat sich das Stadtoriginal noch etwas Besonderes ausgedacht. Am Sonntag, 20. Mai, gibt es ordentlich was für die Füße und für die Ohren, wenn Lutz Teetzen zusammen mit Schuhexperte Wilfried Schreier gemeinsame Sache macht. Im Schloss Neu-Augustusburg heißt es ab 14 Uhr "Wo drückt der Schuh?" Es geht um Schuhgrößen, -breiten und -längen. "Ein zu kurzer Schuh, besonders bei Kindern, führt zu Fußschäden", erklärt der 80-jährige Schreier. Außerdem sollten Schuhe öfter gewechselt werden, empfiehlt der Fachmann. Und er macht neugierig auf einen kleinen Vortrag, verbunden mit Kurzweil, für die ganze Familie.

"So unterschiedlich wie die Gesichter der Menschen, so verschieden sind auch ihre Füße, die sie durchs Leben tragen", weiß Schreier. Er selbst sei weder mit dem Auto noch mit dem Fahrrad, sondern viel lieber auf Schusters Rappen unterwegs. Von seinem Zuhause im Ortsteil Langendorf braucht er bis in die Weißenfelser Innenstadt noch nicht mal eine geschlagene halbe Stunde. "Die anderen Fortbewegungsmittel kosten mich zu viele Nerven", sagt der agile Oberingenieur für Schuhtechnologie mit einem schalkhaften Lächeln.

Um die Sache für Otto-Normal-Verbraucher nicht trocken, sondern erlebbar zu machen, haben sich Teetzen und Schreier mit diversen Messgeräten aus dem 20. Jahrhundert und noch älteren Exemplaren Schützenhilfe bei Schuh-Jäpel und auch im Museum in Weißenfels geholt.

"Wir wollen Wissenschaftliches und Unterhaltsames miteinander koppeln", kündigt Teetzen eine launige Stunde an. Eigens dafür werden Matten für Besucher im Museum ausgelegt. Gäste können sich nach der Veranstaltung ihren persönlichen Fußabdruck mit nach Hause nehmen.