Kunden und Besucher der Agentur für Arbeit in Leipzig verlassen das Gebäude. (FOTO: DPA)
Halle/MZ - Die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen-Anhalt ist im April im Vergleich zum Vormonat zwar um 6 020 zurückgegangen. Mit 143 052 betroffenen Frauen und Männern stagniert die Zahl aber auf dem April-Niveau von vor einem Jahr. „Der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt verliert an Fahrt“, sagte dazu der Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius. Das zeige sich auch in einer rückläufigen Nachfrage nach Arbeitskräften.
Private und öffentliche Arbeitgeber meldeten den Agenturen und Jobcentern im April 4 860 zu besetzende, sozialversicherungspflichtige Stellen. Das waren 160 weniger als im März und sogar 400 weniger als vor einem Jahr. In einigen Bereichen wie am Bau, in Fertigungsberufen sowie in Handel und Tourismus sei das Stellenangebot jedoch noch gewachsen - davon konnten vor allem Männer profitieren, deren Arbeitslosigkeit deutlich gesunken ist.
Allerdings hat zur schwachen Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr auch die Sparpolitik der Bundesagentur für Arbeit beigetragen. So waren zuletzt 12 500 Frauen und Männer in Ein-Euro-Jobs tätig, mehr als ein Drittel weniger als vor einem Jahr (minus 7 000).
Stabilisierung des Arbeitsmarktes bei gleichzeitiger Kürzung der Arbeitsmarktmittel bedeutet aber auch, dass die sogenannte Unterbeschäftigung zurückgegangen ist. In dieser Größe werden neben den Arbeitslosen auch die Teilnehmer an Beschäftigungsmaßnahmen und Weiterbildungen sowie jene mitgezählt, die vorruhestandsähnliche Regelungen nutzen oder derzeit krankgeschrieben sind. Die Unterbeschäftigung sank im April auf 193 500 Betroffene, das waren 6 400 weniger als im März und sogar 15 700 weniger als vor einem Jahr.
Die Regionaldirektion hat auch erstmals eine Bilanz der vor einem Jahr eingeführten vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für Beschäftigte aus den EU-Mitgliedsstaaten Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen gezogen. Wie erwartet hat die Öffnung des Arbeitsmarktes nicht zu einem Zustrom von Bürgern dieser Staaten nach Sachsen-Anhalt geführt. Binnen Jahresfrist wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den acht Ländern lediglich um 1 200 auf nunmehr 2 600. Ihr Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land (747 400) erreicht knapp über 0,3 Prozent.