Autobauer: Länderchefs in Sorge um Opel

11.05.2012 16:47 Uhr
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Opel

Dem Opel-Stammwerk in Rüsselsheim droht ein markanter Einschnitt. (FOTO: DPA)

Die Regierungschefs der vier Bundesländer mit Werken des angeschlagenen Autobauers Opel haben den von weiteren Entlassungen bedrohten Beschäftigten ihre Unterstützung versichert.
Stuttgart/rtr. 

Die US-Muttergesellschaft General Motors dürfe den Opel-Standort Deutschland nicht länger infragestellen, forderten die Regierungschefs von Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz in einer gemeinsamen Erklärung am Freitag.

"Wir werden die deutschen Standorte nicht auseinanderdividieren lassen", erklärten Volker Bouffier, Kurt Beck, Christine Lieberknecht und Hannelore Kraft, die sich am Sonntag zur Wiederwahl im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW stellt. Opel produziere in seinen deutschen Werken in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach "sehr hohe Qualität". Konkreten Hilfen kündigten die vier Spitzenpolitiker nicht an.

Die Regierungschefs forderten Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler auf, ihre Position zu unterstützen und sich bei der Opel-Mutter GM für eine Öffnung von zusätzlichen Absatzmärkten in der Welt für die deutsche Traditionsmarke starkzumachen. Auch die nächste Konferenz der Wirtschaftsminister werde sich am 4. Juni mit dem Thema Opel beschäftigen. Rösler sagte der "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht, GM müsse für Klarheit sorgen, wie es bei Opel weitergehe. "Eine Verzögerungstaktik, bei der einzelne Werke in der Hoffnung auf Subventionen gegeneinander ausgespielt werden, ist fehl am Platz", sagte der Minister. Es dürfe keinen Subventionswettlauf in Europa geben.

Hessens Regierungschef Bouffier hatte am Donnerstag angekündigt, bei einer Opel-Betriebsversammlung am Montag im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim teilzunehmen. Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke habe ihm versichert, dass das Werk "in seiner jetzigen Form" erhalten bleibe. Im technischen Entwicklungszentrum in Rüsselsheim, wo das Modell Zafira konstruiert wird, gingen trotz der geplanten Zusammenarbeit von GM mit dem absatzschwachen französischen Autobauer PSA keine Stellen verloren, hatte Opel mitgeteilt. Wo das Nachfolgemodell des für den Absatz wichtigen Zafira entwickelt werden wird, ließ das Unternehmen aber bisher offen.

Opel und seine britische Schwestermarke Vauxhall kämpfen seit langem mit Verlusten, die Kosten sollen mit Hilfe eines weiteren Sparpakets abermals gedrückt werden. Bis 2014 sind Kündigungen und Werksschließungen ausgeschlossen. Laut Gewerkschaftern gibt es Planspiele des Managements, den für Opel wichtigen Kompaktwagen Astra aus Kostengründen künftig nicht mehr im Stammwerk in Rüsselsheim, sondern nur noch in Ellesmere Port in Großbritannien und Gleiwitz (Gliwice) in Polen vom Band rollen zu lassen. In beiden Ländern ist die Produktion günstiger. Als Ausgleich für den Wegfall des VW-Golf-Konkurrenten Astra könnte der Familienwagen Zafira von Bochum nach Rüsselsheim geholt werden. Die Fabrik in der strukturschwachen Ruhrgebietsstadt könnte dann geschlossen werden, fürchten Arbeitnehmer.