Bauunternehmen: Geschäftsklima-Index erreicht historischen Höchstwert

25.04.2012 19:17 Uhr | Aktualisiert 25.04.2012 19:23 Uhr
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Fraunhofer-Zentrum für Silizium-Photovoltaik in Ha

Gebaut wird derzeit vielerorts in Sachsen-Anhalt - hier am neuen Fraunhofer-Zentrum für Silizium-Photovoltaik in Halle. (FOTO: THOMAS MEINICKE)

Von Eckhard Jäckel
Seit Neugründung der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) im Jahr 1990 haben die Bauunternehmen keine besseren Geschäftszahlen gesehen als derzeit.
Halle (Saale)/MZ. 

Der im Frühjahr ermittelte Geschäftsklima-Index der Branche erreichte mit 25,3 Punkten nicht nur einen historischen Höchstwert. Er war damit zugleich der höchste aller Wirtschaftsbereiche im Kammerbezirk mit seinen gut 50 000 Unternehmen. "Die niedrigen Zinsen, Inflationsängste aber auch das Wirtschaftswachstum haben dem privaten Wohnungs- und Wirtschaftsbau Schub verliehen", sagte am Mittwoch Christof Wockenfuß, Leiter Standortpolitik der IHK, zu den Ergebnissen der aktuellen Konjunkturumfrage. Die "Investitionen in Betongold" könnten dabei selbst rückläufige Ausgaben der öffentlichen Hand kompensieren.

Doch auch die meisten anderen Branchen verzeichnen hohe Index-Werte, die das Saldo aus positiven und negativen Bewertungen von Geschäftslage und Geschäftsaussichten abbilden. "Nur im Frühjahr 2007 hat es einen höheren Wert als jetzt gegeben", so Wockenfuß. Hervorzuheben seien dabei zwei Dinge: Die Unternehmen wollen mehr investieren. Und es werden weiterhin Arbeitskräfte eingestellt, wenn auch nicht mehr in der Größenordnung wie vor einem Jahr.

"Die Staatsschuldenkrise im Euroraum drückt natürlich auf die Stimmung. Aber die Unternehmen sind wettbewerbsfähig und wissen das auch", stellt Wockenfuß fest. Günstig wirke sich dabei aus, dass hiesige Unternehmen kaum Geschäftsbeziehungen in die südeuropäischen Krisenländer unterhielten. Sachsen-Anhalts größte Handelspartner seien Russland, Polen und die Niederlande.

Trotz positiver Grundstimmung haben die Unternehmen auch Sorgen. Vor allem hohe Rohstoff- und Energiepreise schlagen sich negativ in den Bilanzen nieder. Das Verkehrsgewerbe ist davon aktuell am stärksten betroffen. Hier erreicht das Geschäftsklima denn auch nur sechs Punkte. Doch IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Brockmeier sieht insbesondere in den Energiepreisen ein generelles Konjunkturrisiko: "Die Umlage für erneuerbare Energien steigt weiter, die hohen Strom- und Energie-Steuersätze tun ein Übriges, und die EU verteuert zugleich die CO2-Zertifikate." Zudem habe die Bundesregierung den Atomausstieg beschlossen, ohne die Richtung und den Weg zur "Energiewende" zu beschreiben. Das gefährde die Wirtschaftlichkeit. Brockmeier: "Wir sind ein Industrieland und wollen es bleiben. Das darf die Politik nicht aufs Spiel setzen."