Hier fliegt noch niemand ab. Die Eröffnung des zukünftigen Hauptstadtflughafens Berlin-Brandenburg BER ist bis 2013 verschoben. (FOTO: DPA)
Die Lufthansa will für das Debakel um den neuen Flughafen Berlin-Brandburg entschädigt werden. Die Fluggesellschaft habe die Höhe des Schadens, der aufgrund der Verschiebung der Eröffnung entstanden ist, zwar noch nicht ermittelt, sagte Vorstandschef Christoph Franz dem „Tagesspiegel“ (Sonntagausgabe) laut einem Vorabbericht. Fest stehe jedoch, dass man der Flughafengesellschaft die Rechnung dafür präsentieren werde.
Lufthansa starte am Sonntag in Tegel ihr erweitertes Hauptstadt-Angebot, das ursprünglich für den neuen Flughafen „Willy Brandt“ vorgesehen war. „Wir haben die Zusage des Flughafens, unser deutlich erweitertes Programm in Tegel unterzubringen“, sagte Franz der Zeitung. Er hoffe, dass es nicht zu nennenswerten Engpässen komme.
Für den neuen Eröffnungstermin ist er „zuversichtlich, dass es zum 17. März funktioniert“. Ganz anders dagegen sein Kollege Hartmut Mehdorn vom Rivalen Air Berlin. „Wir müssen glauben, was uns die Verantwortlichen sagen“, zeigte sich Mehdorn im Interview der „Super-Illu“ skeptisch. Auf die Frage, ob er sicher sei, dass der neue Flughafen den Betrieb im März 2013 aufnehme, sagte er dem Blatt: „Das kann ich Ihnen nicht beantworten.“
Auch Mehdorn verlangt weiter Schadenersatz von der Betreibergesellschaft. Zwar sei noch nicht berechnet, wie teuer die Verschiebung Air Berlin am Ende komme. „Wir haben ein Recht auf Schadenersatz. Das wissen auch die Verursacher. Ich hoffe, dass wir nicht den Klageweg beschreiten müssen.“
Zwtl: Mehdorn: Von Verschiebung nur aus den Medien erfahren
Der neue Berliner Großflughafen wird erst mit einem Dreivierteljahr Verzögerung eröffnet - ursprünglich wollte die Lufthansa an dem unter dem Kürzel „BER“ bekannten Großairport ihre Berlin-Verbindungen ab dem 3. Juni auf 38 Städte in Europa und dem Nahen Osten aufstocken. Bisher waren es lediglich acht Destinationen. Anfang Mai war die Eröffnung wegen Mängeln beim Brandschutz zum zweiten Mal verschoben worden.
Mehdorn war nach dem Bekanntwerden der langen Verzögerung außer sich gewesen. „Wir erleiden dadurch nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen Imageschaden für unser Drehkreuz, der finanziell kaum zu beziffern ist“, hatte sich der Manager der ohnehin darbenden Airline beschwert. Die Verschiebung treffe Air Berlin viel härter als alle anderen Airlines, die Berlin anfliegen. Mit einem Marktanteil von rund 33 Prozent sei Air Berlin die einzige Fluggesellschaft mit einem Drehkreuz in Berlin.
Er habe „wie die meisten“ erst aus den Medien erfahren, dass der Termin 3. Juni nicht zu halten sei. Das habe ihn komplett überrascht, sagte Mehdorn der „Super-Illu“.