Der alternative Verkehrsclub VCD hat den Eco-Up von VW zur neuen Nummer eins der Öko-Autos gemacht. Eine umstrittene Wahl.
Erstmals wird ein Pkw gekürt, der sich in der Praxis noch nicht bewähren musste. Den Eco-Up soll es erst Ende des Jahres zu kaufen geben. Noch ein Novum: Es handelt sich um ein Auto, das mit Gas läuft. Der genaue Preis des Wagens steht noch nicht fest. Nach Angaben eines VW-Sprechers soll der Eco-Up etwa 2 500 Euro mehr als die Standardversion des Kleinwagens kosten, der von knapp 10 000 Euro an zu haben ist. Nach VCD-Berechnungen lohnt sich die Zusatzinvestition nach einer Gesamtfahrleistung von 60 000 Kilometern.
Die höheren Anschaffungskosten sind einer der Kritikpunkte vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) an der Wahl des Eco-Up. "Was rechtfertigt diesen Aufschlag?", fragt Jens Hilgenberg, BUND-Verkehrsexperte. Der wesentliche Unterschied zum Normal-Up seien die zwei Gastanks im Unterboden, die aber deutlich weniger als 2 500 Euro kosteten. Hilgenberg mutmaßt, dass VW beim Eco-Up einen Öko-Zuschlag durchsetzen will, der die Gewinnspanne nach oben treiben soll. Er stört sich außerdem daran, dass das Auto erst jetzt kommt: "VW hätte das sparsame Auto schon von Anfang an bringen müssen." Es hätte dann vermutlich eine deutlich stärkere Verbreitung gefunden.
Tatsächlich habe VW an die Kunden zunächst Autos mit veralteten Motoren verkauft, die für einen Kleinwagen viel zu viel Sprit verbrauchten. Seit September 2011 wird die Basisversion mit 60 PS verkauft, die nach Werksangaben 4,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer schluckt und dabei 105 Gramm Kohlendioxid ausstößt. Für den Eco-Up werden 3,9 Liter und 79 Gramm angegeben. Dem VCD ist dieser Wert wichtig. Er liegt unter den 80 Gramm, die der Verkehrsclub als Grenzwert für die Flotten der Autobauer im Jahr 2020 fordert - die EU will 15 Gramm mehr zulassen.
Der Eco-Up zeige, dass die 80 Gramm keine Zauberkunststücke verlangten, sagte Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. Er lobt auch den Erdgasantrieb, der sich für Vielfahrer lohne und deutlich sauberer sei als ein Diesel. Doch auch Lottsiepen übt zarte Kritik an VW. Es reiche nicht, ein tolles Öko-Auto ins Schaufenster zu stellen. Die gesamte Flotte müssen auf weniger Verbrauch ausgerichtet werden. Auf den Plätzen zwei bis sieben rangieren Pkw des Toyota-Konzerns, gefolgt von einem Nissan und zwei Hondas.