Facebook will sein Geschäft mit den Daten von mehr als 900 Millionen Nutzern am Freitag an die Börse bringen. (FOTO: DPA)
100 Milliarden Dollar (umgerechnet 77 Milliarden Euro) könnte das Unternehmen an der Börse wert sein. Sollte es so kommen, könnte, wer nur ein Promille der Facebook-Aktien hält, rund 100 Millionen Dollar einlösen. Das sind Beträge, die außerhalb des Vorstellungsvermögens der meisten Menschen liegen.
Aktionäre von Facebook gibt es schon jetzt zuhauf. Seit 2004 sind immer wieder Investoren bei Facebook eingestiegen und haben im Gegenzug für ihre Kapitalspritzen Aktienanteile erhalten. Über die Zeit musste immer mehr Geld investiert werden, um eine Aktie zu erhalten. Daran lässt sich ablesen, wie sich der Wert des Unternehmens aus Sicht der Investoren rapide nach oben entwickelt hat. Auch an Mitarbeiter wurden Aktien und Aktienoptionen verteilt. Und sogar mancher Auftrag wurde mit den Papieren des Unternehmens bezahlt, wie etwa 2005, als der Künstler David Choe die Facebook-Zentrale verschönerte.
Nicht alle, die einmal Facebook-Anteile erhalten haben, besitzen sie noch. Als der Wert des Unternehmens stieg, haben manche die Chance genutzt, um ihre Anteile außerbörslich an Interessierte zu verkaufen und so zu Geld zu machen. Dadurch ist die Zahl der Facebook-Eigentümer bereits vor dem Börsengang auf etwa 500 gestiegen. Zuletzt wurden außerbörslich 44 Dollar pro Papier gezahlt. Bei der Erstemission der Facebook-Aktien am Freitag liegt die Preisspanne zwischen 34 bis 38. Manchen wird Facebook-Chef Mark Zuckerberg den neuen Reichtum nicht gönnen. Dazu gehören zum Beispiel die Winklevoss-Zwillinge, die behaupten, der Kommilitone Zuckerberg hätte ihnen zu Uni-Zeiten die Idee für Facebook gestohlen. Ein Vergleich machte sie ebenfalls zu Facebook-Aktionären.
Anders dürfte Zuckerburg das bei Sean Parker sehen. Der Gründer des legendären, aber gescheiterten Musikportals Napster half Zuckerberg als Berater und feiert nun endlich seinen größten Erfolg. Und wie beim Börsengang von Google werden nun auch bei Facebook viele Mitarbeiter zu Millionären. Sicher nicht nötig hat das Geld der Softwareriese Microsoft. Der Konzern hat 2007 rund 240 Millionen Dollar in Facebook investiert. Damit sollte eine Kooperation begründet werden. Doch auch finanziell hat es sich gelohnt. Der Anteil ist heute laut Analysehaus Privco 1,3 Milliarden Dollar wert. Wie auch immer Facebook sich in der Zukunft schlagen wird, eines ist jetzt schon klar: Die wahren Gewinner des Börsengangs des Unternehmens sind die jetzigen Eigentümer, nicht die künftigen Aktionäre.