Einlagensicherung - Schutz für das Geld der Bankkunden. (FOTO: DPA)
Ein Kreis hat keinen Anfang und kein Ende. Das gilt auch für den Teufelskreis, in dem Spanien derzeit steckt - und mit ihm die Euro-Zone. Um ihn zu beschreiben, kann man also irgendwo ansetzen. Etwa bei den Banken.
Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von 16 großen spanischen Banken herabgestuft und damit der Euro-Krise neuen Schwung gegeben. Als Grund nannte Moody's die Rezession in Spanien. Die Wirtschaftskrise lässt die Gewinne der Banken einbrechen. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Menschen werden ärmer und können ihre Kredite nicht mehr bedienen. Dadurch verlieren Hypothekenschuldner ihre Wohnungen, und die Banken bilanzieren mehr faule Kredite. Folge: Die Geldhäuser werden klamm. Denn gegenseitig leihen sich die Banken derzeit kaum noch, und wenn, dann zu hohen Zinsen.
Der spanische Staat wiederum kann seine Geldinstitute nicht stützen - dazu fehlt ihm das Geld. Der schlechte Zustand des Bankensystems macht Madrid in den Augen der Märkte zum unsichereren Kandidaten. Folge: Die Gläubiger verlangen immer höhere Zinsen.
Die Herabstufung der spanischen Banken durch Moody's senkt ihre Kreditwürdigkeit nun weiter, sie müssen noch höhere Zinsen für Kredite zahlen und können selbst immer weniger Kredite an Unternehmen und Haushalte ausreichen. Beides verschärft die Rezession, was wiederum das Haushaltsdefizit der Regierung erhöht. Dies zwingt die Regierung zu härteren Sparmaßnahmen, die den Abschwung verstärken und so weiter.
Was könnte Europa dagegen tun? Erstens eine europaweite Staatsgarantie aller Bankeinlagen - die belaufen sich allein für Spanien und Italien auf drei Billionen Euro. Zweitens müsste die Europäische Zentralbank (EZB) die Liquidität der Banken sichern, etwa über weitere Mega-Kredite. Um die Finanzmärkte zu beruhigen, könnte die EZB drittens auch ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen massiv ausweiten, um so den Märkten als verlässlicher Käufer für Staatspapiere zur Verfügung zu stehen. Und viertens wären Kapitalverkehrskontrollen in Europa denkbar, die den Abfluss von Geldern aus Krisenländern gesetzlich unterbinden.