Die Bitterfelder Firma Herotron macht aus unscheinbaren Kristallen prächtige Edelsteine. (FOTO: RUTTKE)
Die rund 45 Unternehmen aus Sachsen-Anhalt auf der weltgrößten Industrieschau kehren überwiegend zufrieden zurück.
"Aus China waren in diesem Jahr besonders viele Aussteller und Gäste in Hannover, doch dieser Markt ist für uns zu weit weg. Aber Osteuropa wird für uns immer wichtiger, dort wächst die Nachfrage", sagt Jana Heinrich, für den Verkauf bei der ThermHex Waben GmbH aus Halle zuständig. Das kleine Unternehmen stellt Polypropylen Wabenkerne her. Dabei wird bei der Fertigung von sogenannten Sandwichelementen weniger Holz als bislang üblich benötigt und so Gewicht eingespart. Sie werden im industriellen Leichtbau etwa bei der Fahrzeugherstellung, im Schiffbau oder im Bauwesen eingesetzt. "Leichtbaumaterialien sind stark gefragt. Es gibt immer wieder Interessenten, auf die wir selber gar nicht kommen würden." So habe man Gespräche mit einem Backprozessoptimierer gehabt, der die Waben für den Brötchentransport einsetzen wolle.
Auf einem Gemeinschaftsstand des Landes Sachsen-Anhalt präsentierte sich die Contall Container- & Behälterbau Kretschmer GmbH aus Zörbig-Schrenz (Anhalt-Bitterfeld). Marketing-Mitarbeiterin Jana Kretschmer sagte, die Firma nutze die Messe vor allem, um Kontakte zu neuen Zulieferern zu knüpfen und die geschäftlichen Verbindungen in die Nachbarländer zu verstärken. Contall baut Container als Spezialanfertigung nach Kundenwunsch, die von Entsorgungsbetrieben, in der Landwirtschaft und von Kommunen eingesetzt werden. "Diese Kunden besuchen die Hannover Messe traditionell nur wenig, aber dennoch sind wir mit dem Verlauf zufrieden. Es sind viele Interessierte an unseren Stand gekommen, die aus Sachsen-Anhalt stammen oder die sich in unserem Bundesland ansiedeln wollen und Partner suchen", so Kretschmer. Wie Contall sucht auch die Herotron E-Beam Service GmbH aus Bitterfeld-Wolfen eine Nische mit wenig Anbietern. Das Unternehmen mit seinen 18 Beschäftigten ist als Dienstleister vor allem für die Kunststoff- und Schmuckindustrie tätig - mit Elektronenstrahlen werden Einwegspritzen sterilisiert oder aus unscheinbaren Kristallen farbenprächtige Edelsteine hergestellt. "Wir wollten in Hannover unseren Bekanntheitsgrad erhöhen, gerade auch international", sagt Vertriebsmitarbeiter Lutz Gebhardt.
Nach Einschätzung von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) zeigt die große Besucher-Resonanz, dass die Industrie weiter im Aufwind ist. Produkte und Dienstleistungen von Industrie-Firmen aus Sachsen-Anhalt könnten sich weltweit mit anderen Herstellern messen lassen.