Nach einem drastischen Ergebnisrückgang will der Halbleiterhersteller Infineon kräftig sparen. Die Mitarbeiterzahl wird eingefroren, Investitionen werden deutlich zurückgefahren, wie Infineon am Dienstag in Neubiberg bei München mitteilte. Der Konzernüberschuss brach im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte von 190 Millionen auf 82 Millionen Euro ein.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres fiel der Überschuss sogar um mehr als zwei Drittel von 994 Millionen auf 289 Millionen Euro. Der Umsatz ging vom 1. Oktober 2011 bis 30. Juni 2012 um 37 Millionen auf 2,92 Milliarden Euro zurück.
Der Vorstandsvorsitzende Peter Bauer sagte, Wachstum und Marge lägen unter Plan. Grund seien die weltweiten Unsicherheiten. „Wo wir sparen können, sparen wir jetzt“, sagte Bauer. „Die Kostensituation bleibt damit angesichts der aktuellen Marktlage beherrschbar.“ Nachdem die weltweite Mitarbeiterzahl im vergangenen Jahr um 1.300 auf 26.450 gestiegen war, soll es nun keine neuen Stellen geben. In Deutschland hatte Infineon zuletzt 8.320 Beschäftigte.
Der DAX-Konzern hatte wegen der unsicheren Konjunkturlage bereits vor einem Monat seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr gesenkt. Infineon rechnet mit einem Rückgang der Erlöse um drei Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis soll zwischen 504 und 543 Millionen Euro liegen.
Nach Ende des Geschäftsjahres wird Vorstandschef Bauer am 1. Oktober die Unternehmensführung an seinen Vorstandskollegen Reinhard Ploss übergeben. Der 52-jährige Bauer leidet an der Knochenkrankheit Osteoporose und will sich verstärkt um seine Familie und seine Gesundheit kümmern. Bauer ist verheiratet und hat zwei Kinder.