Konsumklima: Kauflaune gestiegen - Skepsis an Einkommensentwicklung

25.05.2012 13:26 Uhr
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Konsumklima

Der robuste Arbeitsmarkt ist im Mai zu einer wichtigen Stütze der Verbraucherstimmung geworden. (FOTO: DPA)

Von Brigitte Caspary
Der robuste Arbeitsmarkt ist im Mai zu einer wichtigen Stütze der Verbraucherstimmung geworden. Trotz Inflationsängsten und Turbulenzen im Euroraum verbesserte sich die Kauflaune nach Einbußen im Vormonat wieder spürbar, wie der Nürnberger Marktforscher GfK am Freitag mitteilte.
Nürnberg/dapd. 

Deutlich zuversichtlicher als im April äußerten sich die Verbraucher auch zu den Konjunkturaussichten. Einzig die Entwicklung ihres persönlichen Einkommens sehen sie erneut etwas skeptischer.

Für Juni prognostizieren die Marktforscher einen Konsumklimaindex von 5,7 Punkten. Für Mai korrigierten sie den Wert von 5,6 auf ebenfalls 5,7 Punkte nach oben.

Nach der Konjunkturdelle im vierten Quartal sehen die Verbraucher die deutsche Wirtschaft im Frühsommer klar auf Wachstumskurs, wie GfK-Forscher Rolf Bürkl schreibt. Sie zeigen sich damit unbeeindruckt von den Schwierigkeiten im Euroraum und den Wahlen in Frankreich und Griechenland, die für weitere Unruhe auf den Finanzmärkten sorgen. Der Index der Konjunkturerwartung verbesserte sich um 11,1 auf 19,6 Punkte und wuchs damit zum dritten Mal in Folge.

Planungssicherheit stützt Kauflaune

Mit den unverändert guten Zahlen vom Arbeitsmarkt nimmt auch die Angst vor Arbeitslosigkeit weiter ab, was für Planungssicherheit sorgt und damit die Bereitschaft für größere Anschaffungen erhöht, wie Bürkl erklärt. Der entsprechende Index kletterte im Vergleich zum Vormonat um 4,4 auf 32 Punkte und liegt damit sogar leicht über dem Vorjahreswert. Geschürt wird die Kauflaune auch von der anhaltenden Verunsicherung auf den Finanzmärkten und den historisch niedrigen Zinsen, die Geldausgeben attraktiver machen als Sparen.

Erneut schlechter als im Vormonat schätzten die Verbraucher allerdings angesichts anhaltender Inflationsängste die Entwicklung ihres persönlichen Einkommens ein: Der Index verlor einen Punkt auf 32 Zähler, liegt damit aber noch über dem Vorjahreswert von 25,9 Zählern.

Die GfK geht davon aus, dass der private Verbrauch seiner Rolle als wesentliche Stütze der Konjunktur im laufenden Jahr gerecht wird. Wesentliche Voraussetzung dafür sei ein robuster Arbeitsmarkt. „Und hier stehen die Signale nach wie vor auf Grün“, schreibt Bürkl. Allerdings berge die Schuldenkrise im Euroraum und vor allem die Lage in Griechenland ein „gewisses Risikopotenzial“. Sollten sich die Ereignisse weiter zuspitzen, könnte die gute Konsumkonjunktur schnell zum Stillstand kommen, warnt der Konsumforscher.

Für die aktuelle Studie befragte die GfK rund 2.000 Verbraucher. Die Ergebnisse der nächsten Befragung werden am 26. Juni veröffentlicht.