Landwirtschaft: Grüne Berufe haben Imagepflege nötig

30.04.2012 10:16 Uhr | Aktualisiert 30.04.2012 10:17 Uhr
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Stall der Ostrauer Agrar GmbH in Petersberg

Die Ohrmarken einer Milchkuh prüft Melkerin Nicole Grimm in einem Stall der Ostrauer Agrar GmbH in Petersberg. (ARCHIVFOTO: DPA)

Von Sabrina Gorges
Mit Gummistiefeln in den Stall oder mit der Filzjacke in den Wald - sogenannte grüne Berufe sind nicht gerade attraktiv. Der Landjugendverband kämpft für ihr Ansehen und findet: Nicht nur die Branche hat Imagepflege nötig - auch das Landleben gehört aufpoliert.
Magdeburg/dpa. 

Grüne Berufe wie Land-, Tier- oder Forstwirt werden nach Ansicht des Landjugendverbandes Sachsen-Anhalt von jungen Menschen immer noch wegen eines schlechten Rufs gemieden. „Wer in dieser Branche arbeitet, wird leider oft belächelt und manchmal sogar als wenig intelligent abgestempelt“, sagte Verbandsgeschäftsführerin Ilka Wottawah-Küster der Nachrichtenagentur dpa. „Hier gibt es eindeutig ein Imageproblem, dass in einer Kette von weiteren Problemen mündet.“

Der Verband werde deshalb weiter Kampagnen und Veranstaltungen wie Exkursionen, Seminare und internationale Begegnungen unterstützen. „Wir arbeiten mit Schulen zusammen und initiieren Projekte, mit denen wir für Berufe in der Agrarwirtschaft werben“, sagte sie. „So schaffen wir im Idealfall auch Bleibeperspektiven für Jugendliche auf dem Land.“ Die Berufsorientierung liege dem Verband besonders am Herzen. So hätten sich unter anderem ein Austausch mit Jugendlichen aus der Schweiz und Weiterbildungsreisen von Junglandwirten nach Rumänien bewährt. „Es macht immer Sinn, über den Tellerrand zu blicken.“

Das schlechte Image grüner Berufe dürfe nicht länger in einer Landflucht junger Leute gipfeln. „Wer in einer von Agrarwirtschaft dominierten Region aufwächst, geht weg, wenn er etwas anderes machen will“, sagte die 38-Jährige. „Das ist schlecht für die Branche, und die Region überaltert.“ Viele alte Bauern müssten ihre Höfe aufgeben, weil sich kein Nachfolger findet.

Der Landjugendverband sei zwar kein Geldgeber für imagefördernde Projekte, aber Ideengeber und Begleiter. „Alle 14 Berufsbilder müssen mehr Ansehen bekommen“, sagte Wottawah-Küster, die am 1. April die Geschäftsführung des Verbandes übernommen hat. Dieser veranstalte deshalb unter anderem im Zweijahresrhythmus einen Berufswettbewerb. „Hier kann man sehen, wie zielorientiert junge Erwachsene sind.“ Im Vorjahr beteiligten sich nach Verbandsangaben mehr als 150 Jugendliche an dem Landeswettbewerb, sieben fuhren zum Bundeswettbewerb.