Lebensmittel: Energie und Dürre machen Brot teurer

19.08.2012 10:46 Uhr | Aktualisiert 19.08.2012 20:11 Uhr
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Von Steffen Höhne
Brot und Brötchen werden wohl teurer. Bäckereien warnen vor steigenden Preisen wegen Ernteausfällen. Die Getreidepreise sind zuletzt auf Spitzenstände geklettert.
Halle (Saale)/MZ. 

Brot und Brötchen werden wohl teurer. „Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Bäckereien ihre Preise anheben werden“, sagte Manfred Stelmecke, Landesinnungsmeister des Bäckereihandwerkes Sachsen-Anhalt der MZ. Als Grund nennt das Bäckereihandwerk die stark gestiegenen Kosten für Getreide wegen der Dürre in den USA und weiten Teilen Russlands und höhere Energiepreise.

Die Getreidepreise sind zuletzt auf Spitzenstände geklettert: Erst am Donnerstag hatte der Verband Deutscher Mühlen (VDM) mitgeteilt, dass die Preise für Brotgetreide um 25 bis 35 Prozent höher als noch vor zwölf Monaten seien. „So viel musste in den letzten 25 Jahren zur Erntezeit im August noch nie bezahlt werden“, sagte VDM-Vorsitzender Hans-Christoph Erling. Dies müsse in die Verkaufspreise einfließen.

Die deutschen Mühlen beziehen 95 Prozent des Brotgetreides, also Weizen und Roggen, aus dem Inland. Die Preise werden aber maßgeblich von den internationalen Getreidemärkten bestimmt, die wegen einer extremen Dürre im wichtigen Anbauland USA gerade hoch angespannt sind. Wegen Ernteausfällen reichten die Weltgetreidevorräte derzeit für nur noch 69 Tage, erläuterte der Mühlenverband.

Die Bäcker reagieren darauf. „Mittelfristig werden wir die Preise anpassen müssen“, sagte auch der Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Amin Werner. Bei Standardartikeln wie Brot und Brötchen entfallen in kleinen Handwerksbetrieben zwischen 18 und 25 Prozent der Kosten auf Mehl und andere Rohstoffe wie Zucker und Eier. Insgesamt sind die Rohstoffkosten im unteren zweistelligen Prozentbereich gestiegen, schätzt Innungsmeister Stelmecke. Er weist aber darauf hin, dass die Rohstoffkosten nur eine Ursache für den erwarteten Brotpreisanstieg sind. „Auch höhere Energie- und Personalkosten schlagen stark zu Buche“, so Stelmecke. „Alle drei Kostenblöcke sind gestiegen.“ In der Folge müssten Bäcker ihre Preise neu kalkulieren. Über die Höhe der Anpassungen konnte Stelmecke nichts sagen. Einige Bäckereien hätten schon 2011 ihre Brot- und Brötchenpreise angehoben.