Gäste besichtigen einen Schauraum der Porzellan-Manufaktur in Meissen. (ARCHIVFOTO: DAPD)
. Für das laufende Jahr kündigte die mehr als 300 Jahre alte Manufaktur weitere Investitionen in die Erschließung neuer Märkte an.
Noch Anfang 2011 hatte das sächsische Staatsunternehmen erklärt, es müsse wegen der Reaktorkatastrophe von Fukushima mit einem deutlichen Umsatzeinbruch in dem wichtigen Exportmarkt Japan gerechnet werden. Der Anteil Japans am Gesamtgeschäft betrug nach den Angaben 2010 rund 15 Prozent.
Geschäftsführer Christian Kurtzke sagte nun, durch das Wachstum mit neuen Produkten wie Schmuck, Seidentüchern und Krawatten sei es im vorigen Jahr gelungen, den erheblichen Einbruch im Porzellangeschäft in dem wichtigen Markt nahezu vollständig zu kompensieren.
Die Geschäftsführung sehe darin auch eine weitere Bestätigung dafür, das Unternehmen breiter aufzustellen und den Wandel zu einer internationalen Luxus- und Lifestylemarke voranzutreiben.
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen allerdings weiter nur mit „verhaltenen Absatzmöglichkeiten“ in Japan. Geplant sind nach den Angaben weitere Investitionen in die Erschließung neuer Märkte und die Markteinführung der neuen Produkte. Dies werde das Ergebnis „vorübergehend weiter belasten“, hieß es. Das Unternehmen sei dennoch auf einem guten Weg. Nähere Angaben zu den Geschäftserwartungen wurden nicht gemacht.
Zwtl.: Ausrichtung auf neue Produkte
Der Aufsichtsratsvorsitzende, Sachsens Ex-Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, sprach von einer erfolgreichen Neuausrichtung der Manufaktur. Es sei gelungen, die Jahrhunderte alte kulturelle und künstlerische Tradition in neuen Anwendungsbereichen anzusiedeln. „Innovation und Tradition wurden hervorragend miteinander verbunden.“
Die 1710 gegründete Manufaktur war nach dem Mauerfall in finanzielle Schwierigkeiten geraten und hatte jahrelang hohe Verluste eingefahren.
Wegen der Krise hatte das Land Sachsen vor dreieinhalb Jahren Kurtzke als Sanierer nach Meißen geholt. Damals hatte das Unternehmen bei einem Umsatz von knapp 32 Millionen Euro rund 21 Millionen Euro Verlust ausgewiesen. 2009 betrug das Minus noch 7,7 Millionen Euro, 2010 waren es dann noch 35.000 Euro.
Kurtzke richtete das Unternehmen strategisch neu aus und setzt neben der Fertigung von Porzellan unter anderem stark auf das Geschäft mit Schmuck, um die Manufaktur so unabhängiger von Schwankungen in einem Geschäftsfeld zu machen. Gleichzeitig setzte der Manager vor zwei Jahren allerdings auch die Entlassung von 160 Mitarbeitern durch und nannte dies wirtschaftlich zwingend nötig. Derzeit beschäftigt die Manufaktur noch rund 600 Mitarbeiter.