Nach Wahlen: Die Märkte reagieren verunsichert

07.05.2012 18:54 Uhr | Aktualisiert 07.05.2012 18:55 Uhr
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Sorgen über Europas Kurs nach Wahlen

Linksrutsch in Frankreich, eine schwierige Regierungsbildung in Griechenland - macht das die Eurorettung komplizierter? Hollandes Sieg in Paris heißt auch: Die EU bekommt ein neues Wachstumspaket. (FOTO: DPA)

Von BERND SALZMANN UND BETTINA VESTRING
Die Finanzmärkte haben verunsichert auf die Entscheidung der griechischen und französischen Wähler reagiert, rigiden Sparprogrammen zur Bewältigung der Euro-Krise eine Absage zu erteilen.
FRANKFURT(MAIN)/PARIS/MZ. 

An der Börse in Athen stürzte der Aktienindex Athex-20 bis zum Nachmittag um mehr als acht Prozent ab. An den Börsen in Frankfurt und Paris hingegen erholten sich die Aktienkurse, nachdem sie zunächst deutlich schwächer als nach Geschäftsschluss am Freitag in den Handel gestartet waren. Der französische Index CAC-40 dreht sogar ins Plus, ebenso der Ibex-35 in Spanien.

„Wenn die Märkte negativ reagieren, liegt das eindeutig an Griechenland“, erklärte der Analyst Philippe Waechter von Natixis Asset Management. Der Wahlsieg des französischen Sozialisten François Hollande sei zwar „verteufelt“ worden, nun zeige sich, „dass er heute wenig Auswirkungen hat“. Hollande hatte imWahlkampf deutlich gemacht, dass er eine einseitig auf Sparmaßnahmen ausgelegte Politik ablehnt. Das kommt an den Märkten vereinzelt sogar gut an.

„Der Sieg von François Hollande bietet Europa die Chance, auf eine wachstumsorientierte Politik umzuschwenken und nicht nur auf Sparmaßnahmen zu beharren“, kommentierte John Bennett von Henderson Global Investors den Ausgang der Wahl. „Das ist ein Anti- Merkel-Votum. Die Menschen in Europa haben genug von den harten Sparauflagen.“ Dies könne eine Trendwende bedeuten, meinte auch Riccardo Designori, Finanzanalyst bei Brown Editore.

Noch am Morgen hatte es nach einem turbulenten Tag an den Märkten ausgesehen: Die asiatischen Börsen hatten den Trend vorgegeben, Tokio schloss mit einem Minus von 2,8 Prozent. Der Kurs des Euro rutschte kurzzeitig auf unter 1,30 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit Ende Januar. Vor allem Griechenland bereitete Börsianern und Konjunkturexperten Sorgen. Sie fürchten um die Mitgliedschaft in der Währungsunion. Dies berge Ansteckungsgefahr in Europa.