Mitten in einer schweren Absatzkrise will der Aufsichtsrat des Autoherstellers Opel am Dienstagnachmittag einen Nachfolger für den zurückgetretenen Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke bestimmen.
Er soll nun als Boss auf Abruf die Geschäfte so lange führen, bis ein neuer Chef gefunden ist.
Sedran ist erst seit April bei Opel. Dennoch kennt er das Unternehmen genau. Er hat die zurückliegenden Umstrukturierungen bei dem Autobauer auf der Seite der Unternehmensberatung Alix Partners begleitet. Seinerzeit wurde unter anderem das Werk im belgischen Antwerpen geschlossen.
Insider vermuten, dass die Konzernmutter General Motors (GM) bis spätestens zum Jahresende einen echten Nachfolger für Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke finden will, der in der vergangenen Woche überraschend gefeuert wurde. Seit einigen Tagen wird in der Branche darüber spekuliert, dass der Konzern einen gestandenen Manager bei VW, BMW oder Daimler abwerben will, der zudem einen deutschen Pass haben soll. Am liebsten würden die Verantwortlichen in der Firmenzentrale wohl eine Führungskraft sehen, die von Volkswagen kommt.
Aufsichtsratschef Stephen Girsky hat in der Vergangenheit keinen Hehl daraus gemacht, dass er den Wolfsburger Konzern als Vorbild für Opel sieht. Girsky, der zugleich Vize-Chef von GM ist, gilt als der derzeit eigentliche starke Mann bei Opel. Doch auch ihm dürfte es nicht leicht fallen, einen renommierten Manager nach Rüsselsheim zu holen.
Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug begrüßte indes die Personal-Entscheidung: Das neue Team stehe für Veränderungen, die Opel dringend brauche. Foto: dpa