Opel: Betriebsrat stellt sich beim Astra quer

07.05.2012 11:11 Uhr | Aktualisiert 07.05.2012 18:51 Uhr
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Opel

Ein Stopschild steht vor dem Hauptsitz von Opel in Rüsselsheim. Dem Opel-Stammwerk in Rüsselsheim droht ein markanter Einschnitt. (FOTO: DPA)

Von PETER DIETZ UND FRANK-THOMAS WENZEL
Der Opel-Betriebsrat will um die Astra-Produktion in Rüsselsheim kämpfen. Nicht weniger, sondern mehr Autos dieses Modells sollen nach seiner Ansicht künftig in dem hessischen Werk vom Band rollen.
FRANKFURT (MAIN)/MZ. 

Rüsselsheim habe beim Anlauf der Produktion des Astra in Südhessen im vergangenen Jahr „vorläufig verzichtet“ – zugunsten der Werke in Polen und England, teilte der Betriebsrat mit. Nur rund 18 000 Autos wurden am Stammwerk hergestellt. Genau diese Zahl sei für die kommenden Jahre gutgeschrieben, heißt es in einer Mitteilung des Betriebsrats an die Beschäftigten. Allein in diesem Jahr werde das Werk Rüsselsheim 70 000 Astra fertigen; im zweiten Halbjahr werde jedes zweite dort produzierte Auto einer dieser Kompaktwagen sein. Hinzu kommt der Insignia, von dem 2011 knapp 150 000 Fahrzeuge montiert wurden. Laut Tarifvertrag und Betriebsvereinbarung steht dem Standort bis zum Jahr 2014 die Hälfte des Astra-Volumens in seiner fünftürigen Variante zu. Damit widerspricht der Betriebsrat dem Management.

Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke habe mit Äußerungen den Eindruck erweckt, der Astra sei wegen nur geringen Stückzahlen in Rüsselsheim kein wichtiges Modell für den Standort. Das aber entspreche nicht der Wahrheit. Der Betriebsrat wolle deshalb für eine faire Verteilung der neuen Astra- Generation kämpfen. „Es wäre eine verheerende Fehlentscheidung, wenn nach Auslauf des derzeitigen Modells kein Astra mehr in Deutschland gefertigt werden würde“, sagte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug.

Damit spitzt sich im Unternehmen der Konflikt um den weiteren Weg des Autobauers weiter zu. Denn die Geschäftsleitung weigere sich nach wie vor, dem Europäischen Betriebsrat die zukünftige Produktionsplanung für alle europäischen Werke offenzulegen. Auch die „möglichen Entscheidungsgrundlagen für die nächste Astra-Generation“ seien bisher nicht im Detail offengelegt worden, sondern würden nur Schritt für Schritt auf Druck der Arbeitnehmervertretung vorgestellt.

Wann eine Entscheidung über die Zukunft der Astra-Produktion fällt, ist unklar. Insider gehen aber davon aus, dass dies noch im Mai geschehen muss. Die nächste Generation des Kompaktwagens soll 2015 kommen. Um Werkzeuge und Maschinen für die Fertigung zu beschaffen, ist ein Vorlauf von mehr als zweieinhalb Jahren notwendig.