Hartmut Mehdorn (FOTO: DPA)
Von welchem Berliner Flughafen startet denn nun mein Flieger, sagen wir am 4. Juni nach Barcelona? Die Antwort des Easyjet-Mitarbeiters: "Sie fliegen ab BER. Von einer Verschiebung des Eröffnungstermins ist uns nichts bekannt." Ähnlich fiel die Antwort bei Air Berlin aus. Passagiere, die wissen wollen, ob und wo ihre Flüge ab dem 3. Juni starten, brauchen Geduld.
Die betroffenen Fluggesellschaften arbeiten jedenfalls daran, die Folgen für Fluggäste so gering wie möglich zu halten. In den meisten Fällen wollen die Airlines Flüge, die vom und zum neuen Großflughafen Willy Brandt geplant waren, nun über die anderen beiden Airports Tegel und Schönefeld abwickeln. Die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa will alle Flüge statt über den neuen Großflughafen über Tegel abwickeln. Die Airline wollte die BER-Eröffnung nutzen, um ihr Angebot auszubauen. 32 neue Ziele sollten angesteuert, 50 Prozent mehr Abflüge angeboten werden. Trotz des geplatzten Termins soll der neue Flugplan ohne Abstriche geflogen werden. "Die geplanten zusätzlichen Flüge sollen in jedem Fall starten", sagte Sprecher Wolfgang Weber. Aus Sicht der Lufthansa ist der Brandschutz nicht das einzige Problem, das noch gelöst werden muss. So habe die Airline nicht rechtzeitig damit beginnen können, ihre Lounges aufzubauen. Man erwarte nun ein konkretes Eröffnungsdatum. Zu Regressansprüchen gab es noch keine Stellungnahme.
Anders bei Air Berlin. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft gab bekannt, für sie werde die verschobene Eröffnung teuer. Man müsse nun umplanen, sagte Hartmut Mehdorn. Der Vorstandschef der finanziell angeschlagenen Gesellschaft reagierte mit großer Enttäuschung. "Die Umplanung bedeutet eine große Herausforderung", sagte er. Air Berlin habe alle Infrastrukturmaßnahmen und alle Flugpläne auf den 3. Juni am neuen Flughafen ausgerichtet. Alle Beteiligten hätten nun "gewaltige logistische Probleme, die erhebliche noch nicht kalkulierbare Mehrkosten verursachen werden". Das neue Air-Berlin-Drehkreuz sei auf die Bedingungen am neuen Airport zugeschnitten und am kleineren Flughafen Tegel nicht ohne weiteres durchführbar. Mehdorn versprach, die Kunden schnell zu informieren, wie es weitergeht.
Bei Easyjet hieß es, Sicherheit habe absolute Priorität, daher befürworte man die Entscheidung des Flughafens. Geschäftsführer Thomas Haagensen kündigte an, bis zur Eröffnung des BER weiterhin die Flüge von Schönefeld abzuwickeln. "Der Flugplan bleibt unverändert." Auch die Lufthansa-Tochter Germanwings erwartet keine Auswirkungen auf den Flugplan. Bis zur Eröffnung des neuen Airports werde man von und nach Schönefeld fliegen.