Produktion: Rüsselsheim verliert den Opel Astra

17.05.2012 11:44 Uhr | Aktualisiert 17.05.2012 20:04 Uhr
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Opel Astra Sports Tourer Teaser

Die Produktion des Opel Astra könnte in Deutschland schon bald eingestellt werden. (FOTO: HERSTELLER)

Von Frank-Thomas Wenzel
Ein deutsches Automodell weniger wird von 2015 an in Deutschland gebaut. Opel hat entschieden, dass die nächste Generation des Kompaktwagens Astra nur noch in Ellesmere Port (Großbritannien) und Gliwice (Polen) gefertigt wird.
Rüsselsheim/MZ. 

Ein deutsches Automodell weniger wird von 2015 an in Deutschland gebaut. Opel hat entschieden, dass die nächste Generation des Kompaktwagens Astra nur noch in Ellesmere Port (Großbritannien) und Gliwice (Polen) gefertigt wird. Derzeit wird der Wagen auch im Rüsselsheimer Stammwerk in Hessen produziert. Zudem kommt aus der Fabrik in Bochum (NRW) eine ältere Version, die ausschließlich für den osteuropäischen Markt bestimmt ist.

„Die Kollegen in Rüsselsheim sind natürlich sauer und wütend, dass ihnen der Astra weggenommen wird“, sagte Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug. Rüsselsheim sei der modernste Standort des Autobauers. Nirgendwo sonst werde so effektiv gearbeitet. Was die Beschäftigten zusätzlich sorgen dürfte, sind die Umstände der Entscheidung. Am polnischen Standort wird mit deutlich geringeren Personalkosten gearbeitet. In Großbritannien mussten die Beschäftigten Zugeständnisse machen. Es sei ein Tarifvertrag abgeschlossen worden, mit dem das Werk „seine Flexibilität erhöhen, Strukturkosten senken und damit seine Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessern“ werde. Das bedeutet Lohnkürzungen, mehr Zeitarbeit und Auslagerungen. Die Opel-Führung hatte den Mitarbeitern gedroht, das Werk zu schließen.

„Ich kann diese Art des Vorgehens nicht begrüßen“, sagte Schäfer-Klug. Zugleich zeigt er Verständnis. „Die britischen Kollegen sind in einer besonders schwierigen Situation.“ Nirgendwo anders sei derart massiv Druck ausgeübt worden. Das Vorgehen des Managements sei nicht hilfreich, da nun noch zusätzliche Unruhe unter den Opelanern erzeugt werde. „Das Management muss endlich seinen Gesamtplan für die Produktion vorlegen.“ Opel äußerte sich nicht dazu, welche Auswirkungen die Entscheidungen auf Werke wie in Eisenach oder Bochum haben könnte.

Sicher ist, dass künftig in allen Werken in drei Schichten gearbeitet wird. Das bedeutet: Rüsselsheim braucht Ersatz für den Astra. Insider vermuten, dass der Zafira, der in Bochum montiert wird, als Lückenbüßer kommen könnte. Damit wäre jedoch das Werk in Nordrhein-Westfalen gefährdet.