Das Land Sachsen-Anhalt bürgt für die NordLB. (ARCHIVFOTO: DDP)
In den ersten drei Monaten 2012 erhöhte sich das Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft um 0,9 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro. Ein großer Teil davon entfällt allerdings auf das Geschäft mit der Wohnungswirtschaft (741 Millionen Euro). Positiv entwickelt sich nach Worten von Holm das Geschäft mit Versorgungsunternehmen, Autozulieferern, Maschinenbauern und Holzverarbeitern.
„Anzeichen für eine Kreditklemme wegen der Turbulenzen an den Kapitalmärkten sehen wir nicht“, sagt der Vorstand, der auch für die Marktregion Sachsen-Anhalt zuständig ist. Im Gegenteil: Das Geschäft der Nord/LB als Finanzier für die hiesigen Sparkassen sei rückläufig. Dies sei kein Anzeichen für rückläufige Investitionen, sondern liege daran, dass viele Sparer ihr Geld zur Sparkasse bringen. „Die Kundeneinlagen bei den Sparkassen wachsen, damit können sie einen größeren Teil des Kreditgeschäfts stemmen“, so Holm.
Die Unternehmen kommen also leichter an Geld? Nicht unbedingt. Alle deutschen Banken müssen nach Vorgaben der EU künftig mehr Eigenkapital vorhalten, um Krisensituationen besser zu überstehen. Das hat zur Folge, dass sie in ihrer Kreditvergabe weniger Risiken eingehen können. „Es wird künftig keine Verknappung geben, wahrscheinlich aber eine Verteuerung“, sagte Holm. Klartext: Firmen müssen sich wohl auf höhere Zinsen einstellen. Nach Einschätzung von Holm würden diese jedoch nur sehr moderat steigen.
Zufrieden mit dem Jahresauftakt ist auch die Investitionsbank Sachsen-Anhalt - eine Anstalt der Nord/LB. Das Darlehensgeschäft habe in den ersten vier Monaten bei 91 Millionen Euro gelegen. Im Vorjahreszeitraum waren es 74 Millionen Euro, sagte IB-Abteilungsleiter Stefan Töbermann. Die durchschnittliche Darlehensgröße belief sich auf 190 000 Euro.
Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) betonte, dass das Land zu seinem Engagement bei der Nord/LB stehe. Seiner Hauptaufgabe als Partner der Wirtschaft komme die Landesbank sehr gut nach. Bullerjahn wies Spekulationen zurück, dass das Land sich langfristig als Anteilseigner bei der Bank zurückziehen will.
Die Nord/LB als Landesbank für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hat ihren Sitz in Hannover. Das Geldhaus gehört überwiegend dem Land Niedersachsen und den dortigen Sparkassen. Mit kleineren Anteilen sind das Land Sachsen-Anhalt sowie die Sparkassen Sachsen-Anhalts und Mecklenburg-Vorpommerns beteiligt.