Ausrüstungskai in Stralsund. (FOTO: DPA)
Nun müssten alle Beteiligten konstruktiv und zügig am Umstrukturierungskonzept für die Volkswerft Stralsund und die Peene-Werft Wolgast mitwirken.
Die EU-Kommission hatte zuvor dem von der Landesregierung geschnürten Rettungspaket für die angeschlagenen P+S-Werften in Höhe von 152,4 Millionen Euro vorläufig zugestimmt. Damit sind die 1 800 Arbeitsplätze in beiden Werften vorerst gesichert. Die Werften waren im Mai nach Auslieferproblemen bei zwei Ostseefähren und gescheiterten Verhandlungen mit Banken in Liquiditätsschwierigkeiten geraten.
Die Beihilfe stehe mit den EU-Vorschriften im Einklang, weil sie in Dauer und Umfang begrenzt sei, teilte die Kommission in Brüssel mit. Die Höhe sei auf einen Betrag beschränkt, der erforderlich sei, damit die Firma ihre Geschäftstätigkeit in den nächsten sechs Monaten fortsetzen könne. Allerdings sei die staatliche Garantie nur vorübergehend genehmigt worden. Deutschland müsse nun innerhalb von sechs Monaten eine Stellungnahme zur Umstrukturierung des Werftenverbundes vorlegen.
Mit den bereits vor einer Woche komplett ausgezahlten Beihilfen können die Werften Löhne und Gehälter ausreichen, ihre Gläubiger bezahlen und die Produktion während der Umstrukturierung aufrechterhalten. In den vergangenen Wochen hatten sich bereits die Belegschaften zu einem Lohnverzicht bereit erklärt. Zudem verpflichteten sich Zulieferer, in den nächsten vier Jahren mindestens 20 Millionen Euro Eigenkapital für den Erhalt der Werften aufzubringen.
Beide Werften verfügen über Aufträge zum Bau von 21 Schiffen und sind damit bis 2013 komplett ausgelastet. Presseberichten zufolge sind inzwischen mehrere Finanz- und strategische Investoren zu einer Übernahme bereit.