Sicherheitsprobleme: Neuer Berliner Flughafen öffnet wohl erst im August

08.05.2012 11:56 Uhr | Aktualisiert 09.05.2012 14:33 Uhr
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Flughafen in Schönefeld

Eröffnung erst einmal verschoben: Bis auf Weiteres lohnt die Fahrt zum neuen Berliner Flughafen in Schönefeld nicht. (FOTO: DPA)

Von JAN THOMSEN UND JÜRGEN SCHWENKENBECHER
Die an Skandalen und Pleiten reiche Geschichte des neuen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) hat ein Kapitel mehr: Der für den 3. Juni 2012 fest geplante Start des Flugbetriebs muss abgesagt und verschoben werden, voraussichtlich bis in die zweite Augusthälfte.
Berlin/MZ. 

Grund für diese überraschende Entscheidung sind laut Flughafengesellschaft Probleme mit dem Brandschutz.

„Dies ist eine bittere Erkenntnis, die wir zu akzeptieren haben“, sagte gestern der Regierende Bürgermeister von Berlin, KlausWowereit (SPD), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen-Betreibergesellschaft. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), ebenfalls Aufsichtsratsmitglied, sagte angesichts der Nachricht: „Das ist eine mehr als böse Überraschung.“

Der Eröffnungstermin ist damit bereits zum zweiten Mal verschoben worden. Ursprünglich sollte der Flughafen bereits am 30. Oktober 2011 seinen Betrieb aufnehmen. Grund für die erste Verzögerung war unter anderem die Notwendigkeit, zwei Check-In-Terminals anzubauen, um neue Sicherheitsbestimmungen umzusetzen.

Wowereit sagte, dies sei kein guter Tag für die Region. Die Sicherheit für Leib und Leben der Fluggäste gehe aber in jedem Fall vor. Wer was wann wusste, werde jetzt geprüft, ebenso die Frage von Regressansprüchen. Platzeck sagte, er erwarte, dass die Flughafengesellschaft schnell „ganz klare Aussagen“ zu einem neuen Starttermin machen könne. Offen ist, wie teuer die Verschiebung wird, weil Regressforderungen etwa der Fluglinien zu prüfen sind, die ihre Pläne längst auf den BER eingestellt haben. Die Rede ist von rund 15 Millionen Euro Mehrkosten pro Monat, bis Ende August würden so mehr als 40 Millionen Euro anfallen. Mit dem Kostenplan „kommen wir an die Kante“, so Wowereit.

Dass der Brandschutz Probleme bereitete - wie vieles in der hektischen Schlussphase des 2,5-Milliarden- Euro-Bauprojekts in Schönefeld - war bereits bekannt geworden. Sie hatten bisher aber als lösbar gegolten. Das Problem ist die zentrale Entrauchungsanlage, ein riesiges Rohrsystem, das Terminal und Piers durchzieht und im Ernstfall neun Millionen Kubikmeter Luft pro Stunde austauschen soll. Die Steuerung der Anlage funktioniert nicht wie vorgesehen, eine Endabnahme ist nicht in Sicht. Ohne sie kann keine Betriebserlaubnis erteilt werden.