„Ich bin von der Geschäftsführung der Sovello GmbH tief enttäuscht. Trotz erheblicher Unterstützung durch das Land wurde bis zum heutigen Tag kein zukunftsfähiges Unternehmenskonzept vorgelegt.“
Am Mittwoch wird nun nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ein Insolvenzverfahren für Sovello eröffnet. Die Firma hatte noch 2010 mehr als 200 Millionen Euro Umsatz gemacht, geriet dann aber in den Strudel der Solarkrise. Sovello ist mit gut 1 000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Region. Seit Mai hatte sich die Firma bereits in eigenverantwortlicher Insolvenz befunden.
Im Unterschied zur förmlichen Insolvenz behielt die Geschäftsführung dabei die Initiative. Das Land hat nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 37 Millionen Euro über die Investitionsbank als Darlehen für die angeschlagene Firma bereit gestellt. Der Plan der Geschäftsführung und eines chinesischen Investors sah nun vor, die Hälfte der Belegschaft in eine Transfergesellschaft zu überführen. Diese wäre zum Teil von der Arbeitsagentur finanziert worden.
Laut Wirtschaftsstaatssekretär Michael Richter (CDU) scheiterte dies an einer „Liquiditätslücke“ von 3,4 Millionen Euro. Auch dieses Geld sollte das Land zuschießen - zog aber die Reißleine. „Das können wir gegenüber dem Steuerzahler nicht verantworten“, sagte Richter. Zudem sei die Zahlung wegen EU-Regelungen nicht möglich. Der Plan des Investors sei gewesen, in Bitterfeld-Wolfen nur zu forschen und zu entwickeln, aber kaum mehr zu produzieren. Der Großteil der Maschinen sollte nach China gebracht werden. Auch eine Zusicherung für den Erhalt der übrigen 500 Jobs habe es nicht gegeben.
Sovello-Chef Beutel widerspricht der Darstellung der Landesregierung. „Das Wirtschaftsministerium stellt die Sachverhalte auf den Kopf“, sagte Beutel der MZ. Es gebe ein tragfähiges Konzept und die Produktion solle am Standort erhalten bleiben. Man sei auf einem guten Weg, den Investorenprozess erfolgreich abzuschließen. Die Transfergesellschaft wolle man nun aus eigener Kraft sicherstellen. Das Vorgehen der Landesregierung ist für Beutel unverständlich: „Wir waren ständig in engem Kontakt. Die Landesregierung kannte unsere Konzepte. Das ist ein bizarrer Vorgang.“