Solarindustrie: Sovello will sich nun selbst retten

31.07.2012 16:48 Uhr | Aktualisiert 01.08.2012 16:14 Uhr
Solarfirma Sovello in Bitterfeld-Wolfen (FOTO: DPA) 
Die Zukunft des insolventen Solarunternehmens Sovello liegt in den Händen der Justiz. Das Amtsgericht Dessau-Roßlau prüft das weitere Vorgehen bei der Firma in Bitterfeld-Wolfen.
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Halle (Saale)/MZ/dpa/sth. 

Gerichtssprecher Frank Straube sagte: „Dem Gremium liegt jetzt ein Gutachten des vorläufigen Sachwalters vor.“ Nach eingehender Untersuchung werden die Richter über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens entscheiden. Nach MZ-Informationen könnte dies bereits am Mittwoch geschehen. Sovello hatte im Mai Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Die Richter werden entscheiden, ob dies so bleibt oder ein Insolvenzverwalter eingesetzt wird.

Sovello hat die Landesregierung wegen der Verweigerung von Finanzhilfen scharf kritisiert. Die Mittel sollten unter anderem in eine Transfergesellschaft fließen. Das Land hatte es abgelehnt, weitere 3,5 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, weil nach dessen Ansicht keine tragfähigen Konzepte bei Sovello vorliegen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums hatte das Land dem Unternehmen bereits vor der Insolvenz 37 Millionen Euro an Darlehen ausgereicht.

Die Opposition im Magdeburger Landtag kritisiert das Vorgehen. „Für Außenstehende und für die Beschäftigten ist der Ausstieg der Landesregierung nicht verständlich“, sagte Christoph Erdmenger, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen. Jetzt auszusteigen heiße, nicht 500 sondern 1 000 Arbeitslose zu riskieren.

Für die Linkspartei trägt die Landesregierung Mitverantwortung an der Situation. Anstatt Darlehen an Sovello zu vergeben, hätte sich das Land direkt an dem Unternehmen beteiligen sollen, sagte die energiepolitische Sprecherin Angelika Hunger. Damit wäre der Einfluss des Landes auf den Erhalt von Arbeitsplätzen größer gewesen.

Sovello-Chef Reiner Beutel versicherte am Dienstag auf einer Betriebsversammlung, dass alles getan werde, die 500 Arbeitsplätze zu erhalten. Das Unternehmen sei auf einem guten Weg, den Investorenprozess erfolgreich abzuschließen. Die übrigen 475 Mitarbeiter sollen in eine Transfergesellschaft wechseln, die Sovello mit zwei Millionen Euro mittragen will.