Im Tarifstreit beim Sparkassen-Callcenter S-Direkt in Halle wird es eine weitere Verhandlungsrunde am 29. August geben. Am Mittwoch hat die Arbeitgeberseite bei Gesprächen in Berlin ein neues Angebot vorgelegt, wie S-Direkt am Mittwoch in Halle mitteilte. Die Gewerkschaft Verdi wies das Angebot nach eigenen Angaben allerdings zurück und legte ein eigenes vor. Über den Inhalt sei Stillschweigen vereinbart worden, die Arbeitgeber hätten bis zum nächsten Mittwoch Zeit, sich dazu zu positionieren, sagte Verdi- Verhandlungsführer Stefan Wittmann.
Die Arbeitgebervertreter hatten eine Erhöhung des Stundenlohns auf 8,50 Euro ab 1. Dezember dieses Jahres angeboten. Entsprechend der Betriebszugehörigkeit solle die Erhöhung gestaffelt wirksam werden, hieß es. Von Juli 2014 an werde es außerdem eine weitere Steigerung auf 9 Euro pro Stunde geben. Die Staffelung sei rechtlich nicht zulässig, sagte Wittmann. Daher habe Verdi das Angebot abgelehnt.
Die Verhandlungen am Mittwoch in Berlin wurden von Protesten der Beschäftigten begleitet. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich etwa 200 Menschen. Im Ausstand sind dem Unternehmen zufolge rund 100 Beschäftigte, der Geschäftsbetrieb laufe. Am Standort Halle sind 800 Mitarbeiter tätig. Nach Gewerkschaftsangaben streiken knapp 270 Menschen in der siebten Woche. Verdi fordert einen Haustarifvertrag und einen Stundenlohn von 8,50 Euro. S-Direkt betreibt mit Hauptsitz in Halle ein Call-Center, das für Sparkassen-Filialen bundesweit unter anderem Marktforschung macht, Termine mit Kunden vereinbart und im Notfall Kreditkarten sperrt.