Tariferhöhung: Discos protestieren mit Musik-Aus gegen GEMA

27.06.2012 16:29 Uhr
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DJ

Lieb und teuer? Auch DJ's befürchten höhere Gema-Gebühren. (FOTO: ARCHIV)

In rund 500 Clubs und Discos bundesweit soll an diesem Samstag fünf Minuten vor Mitternacht die Musik ausgehen - aus Protest gegen die geplante Erhöhung der GEMA-Tarife.
Berlin/dpa. 

„Die Aktion soll dazu dienen, die Gäste zu informieren“, sagte der Geschäftsführer des Discothekenverbandes BDT, Stephan Büttner, am Mittwoch in Berlin. Die Clubs sollen künftig zehn Prozent des Eintritts für Musiknutzung an die Verwertungsgesellschaft GEMA zahlen. Befürchtet werden negative wirtschaftlichen Folgen.

Die Reform würde laut Büttner im Schnitt Mehrkosten von 500 Prozent bringen. Die fünf Minuten lange Protest-Aktion soll ausdrücken: „Leute, passt auf, sonst gehen im nächsten Jahr die Lichter an und die Musik aus.“ Die Verwertungsgesellschaft müsse ihre Pläne zurücknehmen.

Auch aus der Berliner Politik gab es weitere kritische Stimmen. Senatskanzlei-Chef Björn Böhning forderte einen fairen Interessenausgleich. Er bat die GEMA um ein Überdenken der Pläne, die für einen Teil der Berliner Clubs zu „massiven Kostensteigerungen“ führen würden. Böhning appellierte an die Beteiligten, das anstehende Schiedsverfahren zu nutzen. Dass Clubs und Veranstalter als wirtschaftliche Grundlage für ihr Gewerbe bezahlbare Gebührensätze brauchten, liege auf der Hand.

Katrin Schmidberger, Sprecherin der Grünen für Clubkultur, sagte, die Tarifreform beinhalte zum Teil absurde Neuregelungen. „Eine Kultur des kreativen Nachtlebens, wie sie Berlin in den zurückliegenden 20 Jahren weltweit berühmt gemacht hat, ist unter diesen Bedingungen nicht mehr vorstellbar.“ Im Zusammenhang mit den steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten zeichne sich für die Clubkultur kein gutes Bild ab.