In Deutschland herrscht nach Einschätzung von Versicherern ein mangelndes Problembewusstsein für Hochwasser. Nach der Flutkatastrophe von 2002 an der Elbe seien vielerorts die Häuser genau da wieder aufgebaut worden, wo sie überflutet worden waren. Nach einer Naturkatastrophe vergesse man schnell wieder, sagte der Leiter der Geo-Risiko-Forschung der Münchner Rückversicherung, Peter Höppe, dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag). Ein Großteil der Deutschen unterschätze das Risiko, dass ihr Haus oder ihre Wohnung durch Hagel, Starkregen oder Hochwasser beschädigt oder gar zerstört werden könnte, berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine Umfrage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Danach halten 90 Prozent der Deutschen die Gefahr, selbst einmal betroffen zu sein, für gering. Nicht mal ein Drittel habe eine Elementarschadenversicherung. 63 Prozent glaubten gar, Haus oder Wohnung nicht gegen solche Schäden versichern zu können. Aber 99 Prozent der Haushalte könnten gegen Hochwasser, Hagelschlag oder Sturmschäden abgesichert werden, meinte der Verband. Der Großteil der Deutschen verlasse sich lieber darauf, dass der Staat einspringe, kritisierten die Versicherer.