Provisorisch fließt die Schwennigke derzeit durch die Rohre. Der Graben wird demnächst mit Wasserbausteinen ausgekleidet. (FOTO: CORINA WUJTSCHIK)
Die Brücke über die Schwennigke in Tröglitz war an der Grenze des Belastbaren angekommen. Doch das ist nun passé, denn das alte Bauwerk ist bereits abgerissen und wird durch einen Neubau ersetzt. Deswegen ist die Kreisstraße, die von Tröglitz nach Rehmsdorf führt, voll gesperrt, und bleibt dies bis voraussichtlich Ende Oktober. Die Umleitung erfolgt über die Erschließungsstraße im Industriepark.
Nur mit Ausnahmegenehmigung
Die Arbeiten an der Brücke waren dringend nötig, denn nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung und im Schritttempo durften Busse über das 100 Jahre alte Bauwerk rollen. "Es war in seiner Tragfähigkeit eingeschränkt und auf nur noch sechs Tonnen zugelassen. Die Brücke war in einem sehr schlechten Zustand", sagt Angelika Renner, Leiterin des Dezernates I im Burgenlandkreis, zu dem auch das Bauamt gehört.
Zu 60 Prozent sei die Fugenfüllung im Bauwerk schon nicht mehr vorhanden gewesen, die Stirnwände waren vom Brückenkörper abgerissen, auch auf der Straße selbst gab es Risse. Dadurch war die Entwässerung nicht mehr gewährleistet. Und so konnte das Wasser zusätzlich Schaden anrichten. "Aufgrund all dieser hohen Schäden wäre eine Sanierung der Brücke teurer gewesen als ein Neubau", erklärt Renner. Doch das alles gehört nun der Vergangenheit an, denn von der alten Gewölbebrücke ist schon nichts mehr zu sehen, die Mitarbeiter der Naumburger Bauunion werkeln seit einigen Wochen an der Kreisstraße. Und sie liegen gut in der Zeit, haben schon die ersten Arbeiten für das neue Bauwerk erledigt. So genannte Bohrpfahl-Pfändungen sind fertig, erklärt Matthias Hold, Bauleiter der Naumburger Bauunion bei einem Vor-Ort-Termin. Er sagt, dass man nun mit den reinen Ingenieursleistungen anfangen kann, das heißt, die neue Brücke zu bauen.
Damit die Schwennigke derzeit ungehindert fließen kann, sind provisorisch Rohre verlegt worden. Sobald die Widerlager für die Brücke fertig sind, wird der Graben mit Wasserbausteinen ausgekleidet, erklärt der Diplom-Ingenieur den weiteren Bauverlauf. Deswegen wird auch der Unterhaltungsverband Weiße Elster, der für die Schwennigke als Gewässer zweiter Ordnung zuständig ist, in die Maßnahme einbezogen.
Umfangreiche Maßnahme
Involviert ist auch der Abwasserzweckverband Weiße Elster- Hasselbach / Thierbach, denn dieser wird - allerdings mit eigenständig beauftragter Firma - Abwasserleitungen verlegen lassen. Hinzu kommt, dass wenn die Brücke steht, die Straße zu beiden Seiten angepasst werden muss. Das ist dann wieder Aufgabe der Bauunion. Angelika Renner vom Burgenlandreis nennt Zahlen: "Auf der einen Seite sind es 40 Meter, auf der anderen Seite 60 Meter Straße, die angepasst werden müssen." Einen Gehweg wird es nicht geben, aber eine so genannte Notgehbahn für die Fußgänger. Diese hat nicht die genormte Breite eines Fußweges, darf deswegen nicht als solcher bezeichnet werden.