Die Schwertkämpfer der Gruppe Oberhau ziehen die Zuschauer magisch an. Sie waren der Höhepunkt des Dorffestes in Döbitzschen. (FOTO: HELGA FREUND)
Stolze Ritter der Schwertkampfgruppe Oberhau schlugen ihre Zelte auf, errichteten einen kleinen Hofstaat und trugen immer wieder zum Programm bei. Mal wetzten sie die Klingen beim Schwertkampf, dann wieder waren sie die Hauptdarsteller beim Historienspiel und entführten ins Mittelalter. Martin Ziesmann rann bei sengender Hitze der Schweiß. Mit seiner fahrenden Schmiede zog der Mann aus Köthen viele neugierige Blicke auf sich. "Das Feuer ist echt, auch wenn bei diesen tropischen Temperaturen die Kohlen schon fast von allein glühen", lacht er.
Auch Josefine Thiele hat sich dem Mittelalter verschrieben. "Der Schwertkampf hat mich schon immer interessiert. Irgendwann habe ich die Truppe beim Weißenfelser Schlossfest gesehen und mich vor drei Jahren angeschlossen", plaudert sie. Im Historienspiel zeigt sie ihr Können. "Die Hitze ist einfach der Wahnsinn", stöhnt sie nach dem Auftritt und huscht zum Rande des Festplatzes. Dort greift die junge Frau zu einem Gartenschlauch, nimmt eine kalte Dusche und stürzt sich danach wieder ins Getümmel.
Ein Marktstand reiht sich an den anderen. Höfe und Tore sind geöffnet und laden zum Verweilen ein. Jeder aus dem Dorf ist beim Jubiläum dabei. Der Ort trägt ein Festkleid aus Wimpeln, Flaggen und Strohpuppen. Der Heimatverein Dreiländereck hatte monatelang das Spektakel vorbereitet. Uwe Winter präsentiert seinen echten Bauernhof mit Schweinen, Schafen, Hühnern, Enten und Tauben. Vor dem Tor steht eine alte Tischlerbank. "Die gehörte schon zu Großmutters Zeiten auf den Hof und hat sogar einen Brand überstanden", sagt Winter stolz. Die Geschichte des Grundstücks reicht übrigens bis in das Jahr 1616 zurück - das kann man in der Festschrift nachlesen.
"Mein Navi hat Döbitzschen auf Anhieb gefunden", verrät Iris Rotloff aus Prittitz. Gemeinsam mit ihrem Mann bietet sie selbst gemachte Marmeladen und frisches Backwerk an. "Es ist fantastisch, was solch ein kleiner Ort für ein tolles großes Fest auf die Beine stellt", sagt sie voller Anerkennung.