Burgenlandkreis: Ein Urgestein

11.05.2012 19:21 Uhr | Aktualisiert 11.05.2012 19:27 Uhr
Drucken per Mail
Renate und Werner Czäczine

Renate und Werner Czäczine leben seit fast zwölf Jahren in Tröglitz und fühlen sich hier wohl. (FOTO: CORINA WUJTSCHIK)

Von Claudia Petasch
Wer an Profen und den Laufsport denkt, kommt an Werner Czäczine nicht vorbei. Auch wenn er schon seit vielen Jahren nicht mehr selbst intensiv Sport betreiben kann, so ist er ein Urgestein, wenn es um die Organisation geht.
Tröglitz/MZ. 

Die Profener Laufserrie, der Hochkippenlauf und der Eisberglauf gehen auf sein Konto. Auch beim Mibrag-Halbmarathon mischt er organisatorisch mit. "Wir wollen erstmals einen Revierparklauf aus der Taufe heben, als Ersatz für den Hochkippenlauf", sagt Czäczine. Letzterer wird nämlich nicht mehr statt finden können, da ein Teil der Hochkippe dem Tagebau weichen wird.

Immer an seiner Seite und auch stark im Verein SV Eintracht Profen engagiert ist seine Ehefrau Renate. Sie kümmert sich vor allem um die Finanzen. "Als ich nicht mehr gearbeitet habe, bin ich mal mitgegangen und seitdem mache ich das", sagt sie, die den Beruf Industriekaufrau im Reudener Ziegelwerk lernte und dort als Buchhalterin arbeitete. "Sie ist eine sehr gute Hilfe", lobt ihr Ehemann.

In der Elsteraue ist die 74-Jährige schon immer heimisch, stammt aus Reuden. Er kam 1947 aus Schlesien in die Region. "Kennengelernt haben wir uns beim Tanz in Bornitz, das ist jetzt 57 Jahre her", sagt Czäczine. "Nein 58 Jahre", korrigiert seine Frau Renate. Anfangs lebten sie in Profen, seit fast zwölf Jahren nun in Tröglitz, haben dort eine Eigentumswohnung mit großem Balkon. Den nutzen sie nicht nur zum Sonnen, sondern bauen Tomaten und ein paar Küchenkräuter an. Platz ist auf den zwölf Quadratmetern Balkon genug. "Wir fühlen uns hier wohl, in Tröglitz hat man doch alles", sagt der 75-Jährige, der viele Jahre lang an der Reudener Schule als Lehrer tätig war. Biologie, Chemie und Sport hat er unterrichtet. Und in dieser Zeit hat er auch viel im Profener Sportverein für den Bereich Leichtathletik getan. "Wir hatten manchmal bis zu 60 Kinder beim Training", erinnert sich der Tröglitzer. Mit denen habe man richtig gute Erfolge ereicht, etwa die dreifache Olympiateilnahme einer Sportlerin.

"Sehr beliebt war zu DDR-Zeiten das Kindersportfest mit bis zu 1.000 Teilnehmern", schwelgt er in Erinnerungen. Und 20 mal habe man sich zu Vergleichkämpfen mit Schülern einer tschechischen Schule getroffen. Kontakt halten einige Familien heute noch. "Wir schreiben uns immer noch mit einigen, auch andere Familien haben noch Kontakt", plaudert Czäczine. Und auch heute noch locken die Profener Läufe viele Freizeitsportler in den Ort. Manche rufen sogar bei dem Paar an, wenn sie mal nicht teilnehmen können.

Doch nicht nur das Laufen bestimmt die Freizeit von Werner und Renate Czäczine. Seit das Paar, das drei Kinder hat, nach Tröglitz umgezogen ist, spielt er regelmäßig Skat. Für die Turniere im Rahmen der Skatmeisterschaft, die über den SV Eintracht Profen organisiert werden, ist Czäczine verantwortlich. "Das mache ich jetzt seit acht Jahren", sagt er und lobt das gute Klima im Verein. Aber auch der Zusammenhalt in Tröglitz, unter den Nachbarn findet das Paar toll. "Wir verstehemn uns alle gut", sagt Renate Czäczine.