Sigrid Fischer freut sich auf die frischen Erdbeeren, die jetzt im Beeren- und Straßenhof in Trebnitz geerntet werden. (FOTO: HARTMUT KRIMMER)
Darüber freut sich natürlich auch Jürgen Fischer, der mit seiner Frau den Beeren- und Straußenhof leitet. "Die Erdbeerernte hat in diesem Jahr 14 Tage später begonnen als im vergangenen Jahr", weiß er. Jetzt können die roten Früchte im heimischen Hofladen und auf verschiedenen Märkten angeboten werden. Erdbeeren müssen frisch gepflückt und sofort verkauft werden, weiß der Direktvermarkter. Produkte aus der Region müssen mehr Qualität als im Lebensmitteleinzelhandel aufweisen, weiß nicht nur er. Die Kunden sind bei einheimischen Produkten kritischer. Doch es sei nicht immer leicht, die Beeren auf Märkten bis 17 Uhr frisch zu halten, wenn die Sonne scheint. Mit der Qualität könne man sich einen Namen machen, ihn aber auch verlieren.
Der Beeren- und Straußenhof in Trebnitz bietet im Hofladen und auf verschiedenen Märkten nicht nur eigene Produkte an, sondern auch von anderen Mitgliedern der Gemeinschaft der Direktvermarkter in der Elster-Saale-Unstrut-Region. Passend zur Saison gehört jetzt Spargel dazu. Der wuchs aber nicht in Trebnitz, sondern in Langeneichstädt. Seit sechs Jahren haben sie den Kontakt mit den Hersteller aus dem halleschen Land. Die Marktauftritte hätten sich verändert, meint Fischer. Weil in den Dörfern immer mehr Gärten genutzt werden, sich das Land sozusagen mit Obst und Gemüse selbst versorgt, sind die Marktauftritte für die Direktvermarkter jetzt in den Städten wichtiger. In Naumburg, Jena und Leipzig werden die regionalen Produkte jetzt gern gekauft. Bei solchen Märkten sei es wichtig, verschiedenes anzubieten. Nicht Beeren und Marmeladen vom eigenen Hof, sondern auch Äpfel, Nudeln und Weine vom anderen Direktvermarkter. Der Austausch klappe gut, meint Fischer. Wenn er Marmelade nach Naumburg zur Agrar- und Absatzgenossenschaft bringt, holt er von dort gleich Äpfel mit, nennt er ein Beispiel.
Die heimischen Sachen haben acht Direktvermarkter aus der Region auch drei Wochen lang bei Globus im Theißen angeboten. Globus feiert 20-jähriges Bestehen und hatte den Verein eingeladen, sich kostenlos zu präsentieren. Dort wurden aber nicht nur verkauft, sondern auch informiert. Werbung ist auch für die Vereinsmitglieder wichtig. Zwar verlasse mancher den Verein, andere kommen aber dazu. Doch, so Fischer, es gehe um die Stärkung der regionalen Wirtschaft, auch um Arbeitsplätze. "Bei uns geht es auch um geringere Emission und weniger Pflanzenschutzmitteleinsatz, weil die längere Konservierung nicht nötig ist", sagt er. "Wir wollen mehr Inhaltstoffe durch kürzere Lagerung anbieten." Die Kunden können uns besuchen. Wir bieten in unseren Höfen eine gläserne Produktion an und besinnen uns auf die jahreszeitlichen Besonderheiten.
Sicher gebe es temperaturmäßig auch mal Niederlagen. Doch die Ideen gehen den meisten Direktvermarktern nicht aus. "Es dauert schon drei bis vier Jahre, bis sich jeder einen Stammkundenkreis geschaffen hat", weiß der Vorsitzende der Gemeinschaft. Doch die können sich dann auch sicher sein, dass die in heimischen Höfe auch strengt kontrolliert werden. Mangelhafte Leistungen können sie sich nicht leisten.
Fischers laden gern auf ihren Hof ein. Zwar sei in diesem Jahr der Frühlingsmarkt in Naumburg abgesagt worden. Am Tag des offenen Hofes sind Besucher im Beeren- und Straußenhof in Trebnitz und im Landgut Crölpa-Löbschutz am 9. Juni willkommen.