Eine Woche ohne Fernseher, ohne Handy, ohne Playstation - kommt da nicht irgendwann Langeweile bei Kindern und Jugendlichen auf? "Nein", sagt die elfjährige Linda, "hier gibts immer was zu tun und zu entdecken. Und wenn nicht, lese ich." Sie ist eine von 35 Teilnehmern eines Zeltlagers, dass derzeit zum zwölften Mal in Langendorf stattfindet. Linda kommt aus Halle und ist bereits das vierte Mal beim Camp. "Die Stimmung, die Leute, das ist schön hier und es ist ruhig, nicht wie in Halle. Das genieße ich", sagt Linda.
Maik Schneider aus Alttröglitz ist seit dem ersten Camp dabei, erst als Kind, inzwischen als Betreuer. "Es ist toll, ich kann Freunde treffen, die ich hier vor Jahren kennengelernt habe", sagt der 19-Jährige.
Und der zehnjährige Jacob aus Rehmsdorf findet es gut, dass es unter den vielen Kindern und Jugendlichen nicht so viel Streit gibt. "In unserer Klasse gibts immer viel Streit. Wir sind zwölf Kinder und dort ist es viel lauter als hier", sagt er. Und tatsächlich, das in dem Garten gerade 35 Jungen und Mädchen sind, hört man nicht. Die einen sind beim Kerzenziehen beschäftigt, andere ruhen sich in der Hängematte oder im Zelt aus, andere schöpfen Papier.
Ein Programm, durchgeplant bis auf die Minute gibt es nicht, sagt Georg Frick, Gemeindepädagoge in der Region Nördliches Zeitz (Noezz). Er hat mit dem Betreuerteam darauf geachtet, dass es genug Beschäftigungsangebote gibt. Etwa Spiele, die es nicht in jedem Haushalt gibt. Wikinger-Schach zum Beispiel oder das Papierschöpfen. Der Renner schlecht hin aber ist das Kerzenziehen. "Die große gedrehte da ist meine", sagt Jacob.
Frick ist es wichtig, den Kindern Möglichkeiten bereitzustellen, wie sei sich beschäftigen können. Aber entdecken sollen sie sie natürlich selbst. "Ich möchte, dass die Kinder sich entfalten und entwickeln. So kommt es dann, dass wir das Papierschöpfen anbieten. Dass da nun Blüten oben drauf liegen, ist die Idee der Kinder", nennt Frick ein Beispiel. Darüber hinaus gibt es Angebote wie eine Nachtwanderung, Geländespiele und ein Besuch am Badesee.
Wie ein roter Faden zieht sich die Geschichte von Schlunz durch die Woche. Er ist in Form einer Handpuppe zu Besuch in Langendorf. Über ihn gibt es auch viele Bücher, die Frick den Kindern vorgelesen hat. Schlunz ist ein Findelkind, er kommt in eine christliche Familie und beginnt dort natürlich ganz viele Fragen zu stellen, etwa nach Gott und ob die Welt zufällig ist. Fragen, die Frick mit den Kindern aufgreift und dann auch in kleinen Projekten thematisiert.