Der Ranzen ist zu schwer, automatisch macht Helena Kohler einen Buckel, um das Gewicht auszugleichen. (FOTO: CORINA WUJTSCHIK)
Dort nahmen die Mitarbeiter der AOK die Schultaschen der ABC-Schützen unter die Lupe. "Wichtig ist, dass der Ranzen nicht zu hoch und auch nicht zu tief eingestellt ist", erklärte Stefan Elbe und zeigte bei Helena Köhler, was falsch und was korrekt ist. So sollen die Einstellgurte gleichlang sein und der Ranzen mit der Schulterhöhe des Kindes abschließen, erklärte der Fachmann. Dadurch entsteht keine einseitige Belastung des Rückens und das Kind läuft nicht schräg, um die Belastung auszugleichen.
Entscheidend ist auch, was im Ranzen drin ist, sagte Franca Pröhl. Oft werden Utensilien mitgenommen, die an dem Tag gar nicht gebraucht werden. Das haben die Tests in der Vergangenheit gezeigt. Allein 2011 wurden rund 650 Schulranzen an 18 Bildungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt von der AOK und dem Institut für Prävention und Gesundheitsförderung begutachtet. Ergebnis: rund 90 Prozent von ihnen waren zu schwer. Und das kann für einen Kinderrücken ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. "Empfehlenswert ist, dass Kinder den Ranzen bis zum 12., 13. Lebensjahr auf dem Rücken tragen, um eventuellen Haltungsschäden vorzubeugen", erklärte Franca Pröhl.
Sie weiß auch, dass Eltern schon beim Kauf auf verschiedene Sachen achten sollten. Zum Beispiel gilt nicht immer, der teuerste Ranzen ist der Beste. "Viele haben schon ein hohes Eigengewicht", sagte Pröhl. Auch sollte der Nachwuchs beim Kauf unbedingt dabei sein. Dann kam in Tröglitz die Probe aufs Exempel. Die Erstklässler durften ihre Schultasche wiegen lassen, dann sich selbst. Anhand einer Tabelle konnte Stefan Elbe nachvollziehen, ob der Ranzen zu schwer ist. Bei Helena war er das mit 3,9 Kilogramm allerdings nur ein wenig. Lesebuch, Matheheft, Federmappe, all das, was sie an diesem Tag in der Schule brauchte, hatte die Erstklässlerin eingepackt. "Wir haben das bei vielen festgestellt, die Ranzen sind zu schwer, aber die Kinder haben oft nur das mit, was sie brauchen", zog Franca Pröhl ein Fazit vom Besuch in Tröglitz. Einen Rat an die Eltern hatte sie dennoch, vor allem jetzt, wenn es wieder wärmer wird und der Nachwuchs mehr trinkt. "Keine Glasflaschen mitgeben, die sind zu schwer. Lieber zwei 0,5 Liter Plasteflaschen, eine rechts, eine links in den Ranzen, dann ist die Last gleich verteilt", so die AOK-Regionalleiterin Burgenlandkreis.