Burgenlandkreis: Stroh und Scheune brennen

23.08.2012 09:08 Uhr | Aktualisiert 23.08.2012 19:17 Uhr
Noch am Donnerstagmittag züngeln Flammen und steigt Rauch auf an der abgebrannten Feldscheune bei Kleinpörthen. (FOTO: TORSTEN GERBANK) 
Von Torsten Gerbank
Bei einem Großbrand im Burgenlandkreis ist ein Schaden in Höhe von etwa 65.000 Euro entstanden. Eine Scheune brannte in der Nacht zum Donnerstag in Wittgendorf komplett nieder, wie die Polizei in Halle mitteilte.
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Wittgendorf/Halle (Saale)/dpa. 

Die Brandserie nimmt kein Ende: In der Nacht zum Dienstag waren es 16, einen Tag später 120 und in der Nacht zum Donnerstag sind nahe Zeitz gleich 600 Strohballen samt Feldscheune abgebrannt. Die Ballen waren rings um die Scheune gelagert. Swen Böttger (45), der zuletzt betroffene Landwirt aus Kleinpörthen, beziffert den Schaden nach erstem Überschlag mit bis zu 70 000 Euro. Immerhin ist die Scheune völlig niedergebrannt und in ihr lagerten neben Heu auch noch Saatgut und einiges landwirtschaftliches Gerät.

Es war Mittwochabend, als Swen Böttger per Telefon davon erfuhr, dass es an seiner Feldscheune am Ortsrand von Kleinpörthen brennt, nur ein paar hundert Meter von seinem Bauernhof entfernt. Mit seinem Sohn und zwei Teleskopladern sei er gleich rausgefahren, um vielleicht noch etwas retten zu können. "Wir wollten Strohballen auseinander schieben", sagt Böttger. Doch daraus wurde nichts. Die Ballen an der Längsseite haben komplett gebrannt und auch schon Teile der Scheune, so der Landwirt. "Da war uns schon klar, hier ist nichts mehr zu retten", fügt Böttger hinzu. Und: "Da sieht man erstmal, wie hilflos man den Flammen ausgesetzt ist, trotz großer Technik." Problematisch sei gewesen, dass das Feuer noch vom Wind unterstützt wurde. Die Flammen, so Böttger, haben bis zu 20 Meter in den Nachthimmel geschlagen. Da habe er auch aufgrund des Funkenfluges Angst gehabt, dass die am Bauernhof abgestellte Technik noch mit in Brand gesetzt wird.

Zum Einsatz an die Scheune an der Verbindungsstraße von Kleinpörthen nach Loitzschütz gerufen wurden laut Rettungsleitstelle die Feuerwehren aus Kleinpörthen, Großpörthen, aus Wittgendorf, Droßdorf, Zeitz und Heuckewalde. Den rund 50 Feuerwehrleuten blieb am Ende aber nichts anderes übrig, als die Scheune und deren Inhalt unter Kontrolle abbrennen zu lassen. Das sei in solchen Fällen sinnvoll, sagte Jörg Bethmann, Sprecher des Polizeireviers Burgenlandkreis. Kreisbrandmeister Willi Schubert konnte die Aussage nur bestätigen. Das Stroh sei sowieso nicht mehr verwertbar und die Entsorgung einfacher, wenn alles unter Kontrolle abgebrannt ist.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Laut Bethmann besteht der Verdacht, dass das Feuer vorsätzlich gelegt worden ist. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Brände der vergangenen Tage in einem Zusammenhang stehen. "Hinweise von Zeugen werden derzeit intensiv ausgewertet", so Bethmann. Weiter äußerte er sich allerdings nicht.

Harry Stapel (74) wird die nächsten Nächte mit mulmigem Gefühl ins Bett gehen. Er wohnt unweit der abgebrannten Scheune. Nur ein paar Meter von seinem Haus entfernt lagern weitere Strohballen. Das Feuer Mittwochabend habe er durch die Sirene mitbekommen. "Da bin ich aufgestanden und ans Fenster gegangen. Als ich das Licht sah war mir gleich klar, dass die Scheune brennt." Für ihn steht fest: "Das war Brandstiftung.

Hinweise an die Polizei in Zeitz, Telefon 03441 / 63 40