Burgenlandkreis: Unter der Haube

03.06.2012 19:21 Uhr | Aktualisiert 03.06.2012 22:25 Uhr
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Monika Malburg

Monika Malburg aus dem Saarland zeigt eine Tracht aus dem Hunsrück. (FOTO: MZ)

Von YVETTE MEINHARDT
Die Teilnehmer des Bundestreffen der Trachten in Altenburg übernachten in Zeitz und besichtigen Schloss Moritzburg.
ZEITZ/MZ. 

Ein zwetschgenblauer Rock aus dickem Wollstoff, darüber eine weiße Bluse, eine Leinenjacke mit Hornknöpfen und eine schneeweiße Haube namens Kamutsch - so sieht die Tracht vom Hunsrück aus. Monika Malburg und 80 weitere Gäste aus dem Saarland versammeln sich am Sonnabendvormittag auf dem Zeitzer Schlosshof. Sie gehören zum saarländischen Volkstanz- und Trachtenverband und drehten schon mal auf dem Schlosshof einen Walzer.

"Wir besuchen den Deutschen Trachtentag in Altenburg und haben unsere Quartiere in Zeitz", erzählt Birgit Müller, Referentin für Volkstanz im Saarland. Die Organisatorin weilt bereits seit Donnerstag an der Elster und will auch noch bis zum Mittwoch hier bleiben. Auf der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten zum großen Bundestreffen in Altenburg sei man auf Zeitz gestoßen, so haben sich die Saarländer auf drei Standorte verteilt, schlafen in der Jugendherberge Kretzschau, im Hotel Weiße Elster und im Elsterblick Tröglitz. Und es bleibt sogar ein wenig Zeit, sich im Zeitzer Schloss einmal umzuschauen. "Einfach wunderbar", findet Andrea Mark- Fuchs, Präsidentin des Saarländer Trachtenverbandes den Schlosskomplex und bedauert sehr, dass sie nicht durch den Park spazieren kann. Sie beobachtet die Vorbereitungen zur Schwarzbiernacht.

"Hier scheint ja eine Menge los zu sein", sagt sie ein wenig traurig, denn der Bus zur Abfahrt nach Altenburg wartet schon. Die Zeit sitzt ihnen im Nacken, denn ab dem Mittag führen die Saarländer fünfmal ihre Volkstänze in Altenburg auf. Dabei zeigen sie drei typisch saarländische Trachten, jene aus dem Hunsrück und eine weitere aus Blieskastel. "Meine Tracht trug man etwa bis 1850, danach setzte die Industrialisierung ein und mit der schrittweisen industriellen Herstellung von Kleidern verschwanden die Trachten", vermittelt Andrea Mark-Fuchs geschichtlichen Hintergrund. Am Sonntag nehmen sie am Höhepunkt des dreitägigen Volksfestes teil und gestalten gemeinsam ein Bild in der großen deutschen Trachtenparade in der Residenzstadt Altenburg.

"Schon als zehnjähriges Kind begann ich beim Volkstanz in unserem Ort Lautzkirchen. So bin ich dieser Tradition schon 26 Jahre lang verbunden", erzählt Birgit Müller. Und natürlich trägt sie eine saarländische Tracht. Diese besteht aus dunklem Wollrock, schillernder West, weißer Bluse und hellem Tuch. "Dies trugen junge, unverheiratete Frauen am Sonntag", erklärt sie. Frauen mit Haube, waren sozusagen schon sprichwörtlich unter der Haube, also verheiratet. Nach dem Trubel in Altenburg wird es heute ruhiger. Aber auf jeden Fall steht noch ein Ausflug nach Dresden im Programm.