Elsteraue: Arbeiten am Naturbad starten im August

02.08.2012 14:27 Uhr | Aktualisiert 02.08.2012 20:24 Uhr
Im Naturbad in Rehmsdorf ist vor eineinhalb Jahren ein Teil der Böschung abgesackt. Auch ein Stück Fußweg hat infolgedessen nachgegeben. (FOTO: CORINA WUJTSCHIK) 
Von claudia Petasch
Eineinhalb Jahre nachdem ein Teil der Böschung am Rehmsdorfer Naturbad abgerutscht ist, soll die Erstsicherung des Hanges beginnen.
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Rehmsdorf/MZ. 

Noch im August könnte der Startschuss für die Erstsicherung der abgerutschten Böchung am Naturbad in Rehmsdorf fallen. In der 33. Kalenderwoche soll es eine Sondersitzung des Gemeinderates der Elsteraue geben, in der über die Vergabe der Bauleistungen abgestimmt wird.

Fachliche Arbeit beginnt

"Damit würde die fachliche Arbeit, also die Umsetzung des Zuwendungsbescheides, beginnen. Und das müssen wir auch, denn bis zum 31. Dezember 2013 müssen die Maßnahmen umgesetzt sein. So steht es im Bescheid", sagt Bürgermeister Manfred Meißner (parteilos). Das Papier wurde der Gemeinde bereits im Mai zugestellt (die MZ bereichtete), 1,9 Millionen Euro stellt die Investitionsbank Sachsen-Anhalts unter Beteiligung des regionalen Fonds für Entwicklung für die Erstsicherung des abgesackten Hanges am Rehmsdorfer Naturbad bereit.

Roland Gockel, Sachverständiger für Böschungen bei der Firma Biug - Beratende Ingenieure für Umweltgeotechnik und Grundbau Zeitz - kennt das Naturbad wie die sprichwörtliche Westentasche. Er ist mit der Bauplanung der Maßnahmen beauftragt. Und seit der Rutschung im Januar 2011 ist er regelmäßig vor Ort, um Messungen durchzuführen und sie zu dokumentieren. "Nach wie vor führen wir zweimal in der Woche eine Risskontrolle durch und einmal in der Woche die Inklinometermessungen", erklärt er. Letzteres ist ein Standardmessverfahren in der Geotechnik. Drei solcher Inklinometer sollen nun noch im Zuge der Erstsicherung errichtet werden. Damit wird überwacht, ob es eventuelle Bewegungen im Erdreich gibt. "Ganz ausschließen, dass es doch mal wieder zu einer Bewegung kommt, können wir nicht", sagt Gockel.

Im Hinterland der Rutschung sollen zudem zwei Brunnen errichtet werden. Pumpen sollen dafür sorgen, dass der Grundwasserstand zurückgeht. Denn der ist erhöht und "war ein Rutschungsauslösendes Element", erklärt Gockel. Als weitere Maßnahme soll eine frostsichere Überleitung vom Bad zum Rehmsdorfer Graben entstehen.

Wenn der Grundwasserstand dann reduziert ist, kann mit den eigentlichen Arbeiten am Hang begonnen werden: Die Böschung erhält ein neues Profil. Das heißt, sie wird zum Wasser hin etwas abgeflachter. Dafür müssen die Garagen, die derzeit noch nahe der Abbruchkante stehen, abgerissen werden. Zurückgebaut wird auch die Eingangstreppe des Bades, sowie die Tanzfläche und die Stützmauer.

Die Grundstücke, deren Abwasserleitungen durch den Erdrutsch beschädigt wurden, sollen wieder abgeschlossen werden. Die Kreisstraße, die am Bad entlangführt, wird aber vorerst nicht wieder für den Verkehr freigegeben.

Bemühen um Fördermittel

Parallel dazu will sich die Gemeinde Elsteraue um weitere Fördermittel bemühen, sagt Meißner. Denn die Maßnahmen, die mit dem Zuwendungsbescheid genehmigt wurden, ist nur die Erstsicherung des Hanges. Langfristiges Ziel sollte aber sein, "eine Dauerstandsicherheit herzustellen", so Meißner. Doch das kostet mehr als die bereitgestellten 1,9 Millionen Euro. Und schon die zu bekommen war ein zähes Ringen. "Wir haben 'zig Gespräche geführt, den Fördermittelantrag drei Mal überarbeitet und abgegeben. Untätig waren wir die ganze Zeit nicht", so Meißner.