Gemeinderat: Petition an Bürgermeisterin

22.05.2012 20:13 Uhr | Aktualisiert 22.05.2012 20:23 Uhr
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Von karin Grossmann
Die Droyßiger schicken einen Brief an die Verbandsgemeindebürgermeisterin Manuela Hartung. Sie soll den Widerspruch gegen die Änderung der Grundschulbezirke zurückziehen.
droyssig/MZ. 

Erst im letzten Punkt des öffentlichen Teils der Gemeinderatssitzung in Droyßig - unter Anfragen und Anregungen - kam die Petition auf den Tisch. Die hatte die CDU-Fraktion nach der letzten Verbandsgemeinderatssitzung formuliert. Fraktionsvorsitzender Tino Ruppert hatte sie eingereicht und wollte eine Abstimmung. Es ist eine Petition des Gemeinderates von Droyßig an die Verbandsgemeindebürgermeisterin Manuela Hartung (parteilos). "Der Gemeinderat der Gemeinde Droyßig befürwortet die Entscheidung des Verbandsgemeinderates Droyßiger-Zeitzer Forst vom 9. Mai zur Neuordnung der Grundschulbezirke in der Verbandsgemeinde", heißt es. Damit wurde ein wichtiges und richtiges Zeichen gesetzt, um das Schulnetz für die Herausforderung der Zukunft zu rüsten, heißt es weiter. Aufgrund dieser Entscheidung werde die Standortsicherheit der verbleibenden Grundschulen gewährleistet.

Fakt ist, dass die Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst jetzt vier Grundschulen hat. Nach der letzten Sitzung des Verbandsgemeinderates aber nur drei, die in Droßdorf, Kretzschau und Droyßig, erhalten bleiben. Die in Wetterzeube soll 2014 / 2015 geschlossen werden. Bisher werde unsachlich über die Grundschule in Droyßig geredet, sagt Bürgermeister Uwe Luksch (parteilos). Doch Droyßig sei seit 1990 zum Wohn- und Schulstandort entwickelt worden. Auch aus anderen Orten bringen Eltern ihre Kinder in die Droyßiger Kindertagesstätte, die Grundschule, die Sekundarschule oder ins Gymnasium. Als eine der Sekundarschulen - die in Droyßig oder Osterfeld - geschlossen werden sollte, habe Droyßig gewonnen.

Die Grundschule könnte sofort zweiklassig genutzt werden, habe Fachkabinette, sogar das Waldklassenzimmer zu bieten. Auch Droyßig habe in seine Schule investiert, nur noch vier Fenster müssen ausgetauscht werden, die Schule hat einen Gymnastikraum und nutze die Turnhalle der Sekundarschule.

Wenn es um die Fördermittel aus dem Landesprogramm "Stark III" geht, gehe es nicht um den Gesamtzustand der Droyßiger Grundschule, sondern um die energetische Sanierung, um Wärmedämmung, die dann in der zweiten Phase genehmigt werden könnten, meinte Luksch.

Bernd Otto (Fraktion Bürgerbündnis / Die Linke) erinnerte an das Jahr 2008. Damals schon habe der Burgenlandkreis mitgeteilt, dass nicht alle Grundschulen wegen der Schülerzahlen erhalten bleiben können. "Wir müssen 15 Jahre in die Zukunft weiterdenken", sagt er. Er verstehe, dass jede Gemeinde für seine Schule kämpft. Als Verbandsgemeinderatsmitglied hat er der Schulbezirksänderung zugestimmt. Er wie andere seien danach beschimpft worden. Über diesen Umgang sind manche Gemeinderäte traurig. Aber Droyßig sei für ihn ein legendärer Schulstandort, sagt Otto. Die geringe Schülerzahl liege nur am kleinen Einzugsgebiet Droyßig und Weißenborn. Doch diese Schüler könnten nicht in die Grundschule Wetterzeube übernommen werden. Und vielleicht gibt es in ein paar Jahren nur noch zwei Grundschulen im Droyßiger-Zeitz Forst.

"Wir brauchen Engagement und müssen uns positionieren", sagte Bürgermeister Luksch und rief zur Abstimmung. Mit einer Gegenstimme von Dieter Oehlert (Bürgerbündnis / Die Linke), der das Experiment einer Schulschließung nicht mitmachen und alle vier Grundschulen erhalten will, wurde die Petition beschlossen. "Vor dem Hintergrund dieser zukunftsweisen Entscheidung wird die Verbandsgemeindebürgermeisterin gebeten, von einer weiteren Verzögerung der Umsetzung des Beschlusses des Verbandsgemeinderates abzusehen und ihren Widerspruch zurückzuziehen", heißt es darin. Der Droyßiger Bürgermeister Luksch wollte die Petition am Dienstag an die Verbandsgemeindebürgermeisterin weiterleiten.