Geschichte: Zeitzer erinnern sich an Stele für Weltraumflieger

06.08.2012 18:53 Uhr | Aktualisiert 06.08.2012 19:55 Uhr
Bisher fand sich kein Foto, wie die Stele aussah. (FOTO: HARTMUT KRIMMER) 
Von Angelika Andräs
Die Reste der Stele für die Weltraumflieger am Platz der deutschen Einheit haben eine ganze Reihe von Zeitzern dazu gebracht, im Privatarchiv zu kramen und die eigenen Erinnerungen zu durchstöbern.
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Zeitz/MZ. 

Eigentlich hatte Rainer Krause angefragt, ob die nackten Betonteile stehen bleiben müssen, da sie keinen schönen Anblick bieten. Vor Ort gab es verschiedene Vorschläge, wie das Teil genutzt werden könnte, aber auch die Frage, wie es eigentlich einmal aussah. Und was es mit der teuren Betonblume auf sich hat, die hier einmal installiert werden sollte.

Auch Kai-Uwe Schmidt, Schmiedemeister und Kenner und Sammler der Zeitzer Geschichte, kramte am Wochenende im Archiv. "Ich habe in meinem Privatarchiv einmal etwas recherchiert und kann mich aber auch persönlich noch sehr gut an die Einweihung der Stele und ihr Dasein erinnern, weil sie in dem Viertel steht, wo ich aufgewachsen bin, zur Schule gegangen und noch heute lebe", sagt Schmidt. Demnach ist die Stele am 7. Mai 1982 um 16.30 Uhr auf dem Platz der Kosmonauten feierlich enthüllt worden, es wurde in der Zeitung darüber berichtet. Es war ein Auftragswerk vom Rat der Stadt Zeitz. Der Grundkörper wurde aus Betonteilen hergestellt. Die kupfergetriebenen Elemente sind von dem Zeitzer Künstler Harald Otto gestaltet und in einer Kupfertreibarbeit ausgeführt worden. Das Grundthema der Stele war die Darstellung "Mikrokosmos - Makrokosmos". Die Galaxis, Sonne, Erde und Mond waren Teile der Stele. "Sie sollte in vier Teilen die wesentlichen Teile des Weltalls, die in unmittelbarer Beziehung zu unserem Planeten Erde stehen, darstellen", erklärt Schmidt.

Er beschreibt auch, dass die Stele jahrelang rundherum mit "Kratzbüschen" bepflanzt war. Das habe ein Herantreten oder Beschädigen erschwert. Dennoch sei es immer wieder einmal der Fall gewesen, dass Teile fehlten. "Auch hat jemand einmal einen Buddhakopf auf den äußersten Sonnenstrahl gesteckt, der einige Zeit dort verblieb", erinnert sich Kai-Uwe Schmidt. So sah es aus, bis der Platz der deutschen Einheit, wie er mittlerweile hieß, neu gestaltet wurde. Denn nachdem der Platz neu gestaltet war und im Zuge dieser Umgestaltung das Beet verschwand, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis alle kupfergetriebenen Teile verschwanden. Das sei dann auch sehr schnell gegangen, meint Schmidt.

Ein anderer MZ-Leser erinnert sich ebenfalls daran, dass die Stele noch bis nach der Wende heil war, auch wenn ab und an einmal Teile fehlten. Er wisse nicht, schreibt er, ob die Kupferarbeit eingelagert worden sei oder tatsächlich schon damals dem Kupferhandel zugute kam. Auf diese Frage konnte die MZ am Montag keine Antwort bekommen. Eine andere Frage, die im Zusammenhang mit dem Gebiet um den Platz der deutschen Einheit gestellt wurde, warf auch Kai-Uwe Schmidt auf: Das einst Anfang der 80er Jahre an der damaligen Wilhelm-Pieck-Straße, der heutigen Dietrich-Bonhoeffer-Straße, an der Turnhalle aus Klinkern gemauerte und mit einem Bild versehene Wilhelm-Pieck-Denkmal gehört auch zu den vergessenen Denkmälern von Zeitz-Ost.